Gesundheit

Rotes Kreuz: Ebola-Ausbruch in Demokratischer Republik Kongo könnte ein Jahr dauern

  • AFP - 16. Juni 2026, 14:08 Uhr
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Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Kongo
Bild: AFP

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat seinen Höhepunkt nach Einschätzung des Roten Kreuzes noch nicht erreicht. Es könne ein Jahr dauern, bis die Epidemie eingedämmt sei.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat seinen Höhepunkt nach Einschätzung des Roten Kreuzes noch nicht erreicht. Es könne ein Jahr dauern, bis die Epidemie eingedämmt sei, sagte der Einsatzleiter der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), Bruno Michon, am Dienstag in einer Videoschalte aus Buni, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte wegen der Ebola-Epidemie Mitte Mai eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen - ihre zweithöchste Alarmstufe. In der Demokratischen Republik Kongo wurden nach Angaben der WHO inzwischen 808 Infektionsfälle bestätigt, darunter 192 Todesfälle. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs könnte laut WHO allerdings noch deutlich größer sein. 

Das Rote Kreuz teilt diese Einschätzung, weil es in dem zentralafrikanischen Land etwa an Testkapazitäten mangelt. "Es ist sehr schwierig, genau zu wissen, in welchem Ausmaß sich die Epidemie ausbreitet", sagte Bichon.

Bisher erschwere auch Misstrauen der Bevölkerung die Ebola-Bekämpfung, berichtete Bichon. In den vergangenen Tagen seien Rot-Kreuz-Teams im Kongo beschimpft, bedroht und sogar angegriffen worden. Das Vertrauen der Bevölkerung sei für die Helfer aber "zentral". "Ohne Vertrauen können wir Fälle nicht frühzeitig feststellen", sagte Bichon. "Wir können keine sicheren Bestattungen gewährleisten. Wir können Familien nicht schützen. Und wir können die Übertragung nicht stoppen."

Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.

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