Angesichts auch künftiger Hitzewellen in Deutschland hat Linken-Chefin Ines Schwerdtner von Politik und Arbeitgebern umfassende Konzepte gefordert. "Kaum jemand" in den Regierungen in Bund und Ländern sei auf den Hitzesommer ausreichend vorbereitet gewesen, sagte sie am Montag in Berlin. Vor allem vulnerable Gruppen dürften nicht der Hitze überlassen werden. "Das ist eine politische Verantwortung und die Verantwortung der Arbeitgeber."
Abgesehen von den tiefergehenden Fragen der Klimaerwärmung gehe es um die "ganz alltägliche Frage, wie können wir uns für den nächsten Hitzesommer rüsten", sagte Schwerdtner. Dazu müssten die Investitionen in den Nahverkehr erhöht werden, damit die Bahnen trotz großer Hitze fahren könnten. Zudem müssten öffentliche Gebäude und Plätze genutzt werden können und Hitzepläne für Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser Vorrang haben.
Hitzeschutz sei zugleich Arbeitsschutz, betonte Schwerdtner. Bei solchen Temperaturen müssten "die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden" und für mehr Pausen und ausreichend Trinkwasser sorgen.Â
Die Grünen werfen der Bundesregierung "Untätigkeit" angesichts der Hitzewelle vor. Sensible Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime bräuchten "jetzt sehr kurzfristig und pragmatisch" Unterstützung, forderte Grünen-Chef Felix Banaszak.
Dieser sieht zudem die zentrale Aufgabe für die Bundesregierung darin, "die Klimakrise so entschieden und ambitioniert zu bekämpfen, dass bestimmte Kipppunkte nicht erreicht werden". Notwendig sei mehr Zeit, "unser Leben, unsere Städte, unsere Einrichtungen an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen". Dazu gehört für Banaszak, Städte weiter zu begrünen und Flächen zu entsiegeln.
In einer ersten Zwischenbilanz der "historischen Hitzewelle" hatte der Wetterdienst am Sonntag von einem Extremereignis gesprochen. "Noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat es in Deutschland, aber auch in vielen Teilen von Europa, eine solch lange und intensive Hitzewelle so früh im Sommer gegeben."
Politik
Linke dringt auf umfassende Konzepte zum Hitzeschutz
- AFP - 29. Juni 2026, 15:04 Uhr
Angesichts auch künftiger Hitzewellen in Deutschland hat Linken-Chefin Ines Schwerdtner von Politik und Arbeitgebern umfassende Konzepte gefordert. Das gelte vor allem für besonders vulnerable Gruppen.
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