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Erneuter Prozess um Mord an Arzt in Rheinland-Pfalz: Fünfeinhalb Jahre Haft

  • AFP - 10. Juli 2026, 14:56 Uhr
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Darstellung von Justitia an Berliner Landgericht
Bild: AFP

In einem erneuten Prozess im Zusammenhang mit einem Mord an einem Arzt aus dem rheinland-pfälzischen Gerolstein hat das Landgericht Trier die ehemalige Lebensgefährtin des Mannes zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

In einem erneuten Prozess um einen Mord an einem Arzt aus dem rheinland-pfälzischen Gerolstein hat das Landgericht Trier die ehemalige Lebensgefährtin des Mannes zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Angeklagte wurde wegen Totschlag durch Unterlassen und Brandstiftung schuldig gesprochen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. 

Die zuständige Kammer sah es als erwiesen an, dass die Frau gemeinsam mit ihrem Sohn und dessen Halbbruder an der Tat beteiligt war. Sie beschlossen demnach Ende 2022, den Mann zu töten und seine Leiche zu vergraben.

Im Dezember 2022 kam es zum Streit zwischen dem späteren Opfer und der angeklagten Frau. Der damals 16-jährige Sohn und sein gleichaltriger Halbbruder lauerten dem 53-Jährigen im Haus auf und attackierten ihn. Schließlich würgten die Jugendlichen ihn mit einer Schlinge um den Hals. Der Mann starb infolge schwerer Kopfverletzungen und erstickte.

Die Lebensgefährtin war nach Überzeugung des Gerichts in die Planung eingebunden und während der Tat anwesend, übte aber selbst keine Gewalt aus. Am nächsten Tag brachten die drei die Leiche mit dem Auto des Mannes in ein Waldstück in der Eifel und vergruben sie. Das Auto setzten sie wenige Tage später in einem anderen Wald in Brand. 

Das Landgericht verurteilte die frühere Lebensgefährtin in einem ersten Prozess im August 2024 zu zwei Jahren und vier Monaten Haft wegen unterlassener Hilfeleistung. Ihr Sohn und sein Halbbruder wurden wegen Mordes und Brandstiftung zu Jugendstrafen von neun beziehungsweise sechs Jahren verurteilt. 

Das Urteil gegen die Frau hob das Bundesgerichtshof (BGH) später auf. Im Prozess war laut BGH nicht ausreichend geprüft worden, ob die Frau über die allegemeine Pflicht zur Hilfeleistung hinaus nicht auch verpflichtet gewesen wäre, ihren Sohn an der Tat zu hindern. Eine andere Kammer hatte nun neu zu entscheiden. Die Urteile gegen die Jugendlichen sind rechtskräftig.

Der Fall sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Zuletzt war der Arzt am 30. Dezember 2022 an seiner Arbeitsstelle in einem Krankenhaus in Daun in der Eifel gesehen worden. Vier Tage später wurde er von seinem Arbeitgeber als vermisst gemeldet. Seitdem fehlte zunächst jede Spur von dem Vermissten. Mitte Juni 2023 fanden Ermittler dann seine Leiche bei einer Suchaktion in einem Wald nahe dem Ort Rockeskyll in der Eifel. 

Nach dem Auffinden des Toten gingen die Ermittler schnell von einem oder mehreren Tätern aus dem persönlichen Umfeld aus. Im September 2023 wurden die Lebensgefährtin und die Jugendlichen festgenommen. 

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