Gesundheit

Kopfbälle im Fußball und Demenz: Britischer Weltmeister Stiles litt an Hirntrauma

  • AFP - 10. Juli 2026, 16:29 Uhr
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Gedenken an Stiles bei einem Match 2020
Bild: AFP

Der Streit um einen möglichen Zusammenhang zwischen Kopfbällen im Fußball und Hirnschäden ist in England durch neue gerichtsmedizinische Angaben zum Tod des Fußball-Weltmeisters Nobby Stiles angeheizt worden. Er litt demnach an einem Hirn-Trauma.

Der Streit um einen möglichen Zusammenhang zwischen Kopfbällen im Fußball und schweren Hirnschäden ist in Großbritannien durch neue gerichtsmedizinische Informationen zum Tod des Fußball-Weltmeisters Nobby Stiles weiter angeheizt worden. Der Gerichtsmediziner Chris Morris sagte am Freitag vor einem Gericht im englischen Stockport, dass der im Oktober 2020 im Alter von 78 Jahren gestorbene Stiles an einer Chronisch Traumatischen Enzephalopathie (CTE) gelitten habe. 

Dabei handelt es sich um eine Form der Demenz, die Mediziner mit häufigen Schlägen auf den Kopf in Verbindung bringen. Die CTE ist wiederholt bei Sportlern diagnostiziert worden. Stiles hatte dem englischen Weltmeister-Team von 1966 angehört. Sein Sohn John hat den Vorwurf erhoben, sein Vater sei durch den Fußball "getötet" worden.

John Stiles bezog sich damit auf die vielen Kopfbälle seines Vaters im Training und in Spielen. Neben Stiles erkrankten noch weitere Mitglieder der legendären Weltmeister-Mannschaft von 1966 später an Demenz.

John Stiles hat zusammen mit anderen Angehörigen früherer Fußballer sowie auch ehemaligen Spielern den englischen Fußballverband FA und andere Fußballvereinigungen verklagt. Sie werfen ihnen vor, die Spieler nicht ausreichend vor den Schäden durch Kopfbälle geschützt zu haben.

Der Gerichtsmediziner Morris sagte nun, ein eingeschalteter Hirnspezialist habe die CTE bei Stiles aufgrund der Auswertungen von Proben und medizinischen Akten festgestellt. Aufgrund dieses Zwischenergebnisses wurde eine umfänglichere gerichtsmedizinische Untersuchung angesetzt, die am kommenden Mittwoch stattfinden soll.

Im März hatten FA-Anwälte vor Gericht argumentiert, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die Verursachung dauerhafter Hirnschäden durch Kopfbälle gebe. Zuvor war aber in einer im Januar veröffentlichten gerichtsmedizinischen Untersuchung zum Tod des ehemaligen schottischen Nationalspielers Gordon McQueen ebenfalls CTE diagnostiziert worden. Kopfbälle hätten "wahrscheinlich" zu dieser Hirnerkrankung beigetragen, hieß es in dem Untersuchungsbericht.

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