Technologie

Cyberangriff auf Tiefkühlunternehmen in Japan betrifft nun auch Eishersteller

  • AFP - 16. Juli 2026, 16:11 Uhr
Bild vergrößern: Cyberangriff auf Tiefkühlunternehmen in Japan betrifft nun auch Eishersteller
Sommerliche Temperaturen in Tokio
Bild: AFP

In Japan wirkt sich der mutmaßliche Cyberangriff auf einen wichtigen Tiefkühlkostproduzenten nun auch auf einen großen Speiseeishersteller aus - ausgerechnet inmitten einer Hitzewelle.

In Japan wirkt sich der mutmaßliche Cyberangriff auf einen wichtigen Tiefkühlkostproduzenten nun auch auf einen großen Speiseeishersteller aus - ausgerechnet inmitten einer Hitzewelle. Das Unternehmen Ezaki Glico teilte am Donnerstag mit, dass ein Teil seiner Eissorten von Kühlhäusern des Unternehmens Nichirei abhängig sei. Dieses hatte am Mittwoch erklärt, "Ziel eines Cyberangriffs" geworden zu sein, was sich auch auf die Belieferung von Kunden auswirke.

Nichirei ist Japans führender Anbieter von Tiefkühlprodukten, betreibt aber auch Kühlhäuser. Japanische Medienberichten zufolge könnten bis zu 20 Prozent der Speiseeisprodukte von Glico betroffen sein. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen greife auf alternative Lösungen zurück, um die betroffenen Geschäftsbereiche im Westen des Landes zu versorgen. Die Eisnachfrage in Japan war zuletzt angesichts hochsommerlicher Temperaturen vielerorts sprunghaft gestiegen.

Betroffen von den Problemen bei Nichirei ist auch die Kette Kura Sushi, die fast 700 Filialen in Japan und im Ausland betreibt. Sie hatte am Mittwoch erklärt, dass es in ihren Restaurants im Westen des Landes bei bestimmten Produkten Lieferverzögerungen gebe. Auch KFC Japan warnte, dass in Schnellrestaurants der Kette womöglich bestimmte Produkte von der Karte gestrichen oder einige Filialen vorübergehend geschlossen werden müssten. 

Nicherei machte keine näheren Angaben zu dem Cyberangriff, erklärte aber, dass der Vorfall untersucht werde und Maßnahmen zur Wiederherstellung der IT-Systeme ergriffen würden. Ab Freitag werde mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des gestörten Betriebs gerechnet. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte am Donnerstag, der Vorfall führe vor Augen, wie wichtig es für Unternehmen sei, ihre Systeme auf dem neuesten Stand zu halten.

Im vergangenen Jahr hatte in Japan bereits der Bierbrauer Asashi einen "ausgeklügelten Cyberangriff" vermeldet, in dessen Folge sich das Unternehmen zur Verschiebung der Veröffentlichung seiner Finanzergebnisse gezwungen sah. Wenige Wochen zuvor hatte die Einrichtungs- und Bekleidungskette Muji ihren Online-Verkauf in Japan nach einem sogenannten Ransomware-Angriff auf ihren Lieferpartner Askul aussetzen müssen - hierbei verschlüsseln Cyberkriminelle Daten und verlangen für die Entsperrung ein Lösegeld.

Weitere Meldungen

E-Mail-Anbieter: Weniger Spam im ersten Halbjahr - dafür aber gezielter

Die deutschen E-Mail-Anbieter Web.de und GMX haben in den ersten sechs Monaten des Jahres bei den Spam-Mails einen deutlichen Rückgang von rund 45 Prozent verzeichnet. Das

Mehr
Größer als alle bisherigen US-Anlagen: Amazon finanziert für Rechenzentren riesiges Gaskraftwerk

Der Internetkonzern Amazon finanziert in Texas für seine Rechenzentren ein riesiges Gaskraftwerk, das leistungsstärker als alle bisherigen Anlagen in den USA werden soll. Das

Mehr
Ceuta-Andrang: EU fordert von Meta und Tiktok Vorgehen gegen Falschinformationen

Nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen von den Konzernen Meta und Tiktok ein entschiedeneres Vorgehen gegen

Mehr

Top Meldungen

Bilger sieht keine Versorgungsengpässe durch Niedrigwasser

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sieht trotz der anhaltenden Niedrigwasserkrise keine Versorgungsengpässe. "Stand jetzt ist die

Mehr
Klingbeil: Frühstartrente für mehr Chancengleichheit

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die geplante Frühstartrente als Instrument für mehr Chancengleichheit bei der Altersvorsorge

Mehr
SPD-Generalsekretär verspricht klareres Profil

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat nach den Forderungen der Parteibasis nach einem Kurswechsel eine klarere Positionierung in Kernfragen

Mehr