Brennpunkte

Dobrindt warnt vor höherer Terrorgefahr in Deutschland

  • dts - 18. Juli 2026, 05:00 Uhr
Bild vergrößern: Dobrindt warnt vor höherer Terrorgefahr in Deutschland
Alexander Dobrindt am 15.07.2026, via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt vor einer verschärften Sicherheitslage in Deutschland. "Die vermehrte Melde- und Aufklärungslage hat mich dazu veranlasst, die bislang formulierte abstrakte Bedrohungslage zu einer hohen Bedrohungslage hochzustufen", sagte er der "Welt am Sonntag". Das bedeute, dass in Deutschland jederzeit mit dem Risiko von Anschlägen zu rechnen sei.

"Anschlagspläne gegen unser Land sind klar erkennbar", so der Minister weiter. Diese richteten sich nicht nur gegen die deutsche Infrastruktur, sondern auch gegen Personen oder Einrichtungen.

Am 13. August wird sich das Bundeskabinett mit einer umfassenden Reform des Nachrichtendienstrechts befassen. Dabei soll den Diensten erstmals ausdrücklich ermöglicht werden, in bestimmten Gefahrenlagen selbst einzugreifen - und nicht mehr nur Informationen zu sammeln und auszuwerten. "Mein Ziel ist es, dass wir die Nachrichtendienste weiterentwickeln zu echten Geheimdiensten, um wettbewerbsfähig und partnerschaftsfähig mit unseren befreundeten Diensten im Ausland zu sein", kündigte Dobrindt an. Das könne in akuten Terrorlagen auch bedeuten, dass Verfassungsschützer Wohnungen betreten und durchsuchen, wenn Polizeikräfte nicht rechtzeitig verfügbar sind.

Bei der Abwehr fremder Spionage oder geplanter Anschläge könne es notwendig sein, Informationen gezielt zu verändern, sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag" - etwa dann, wenn dadurch Anschlagspläne gestört werden könnten. Kontrollieren soll die neuen Befugnisse ein Unabhängiger Kontrollrat. Er muss entsprechende Maßnahmen vorab genehmigen. Dobrindt sagte zugleich, die Trennung zur Polizei solle nicht aufgehoben werden: "Leute verhaften bleibt Aufgabe der Polizei", sagte der Innenminister.

Weitere Meldungen

Bahn-Mitarbeiter stürzt bei Auseinandersetzung mit Fahrgast aus fahrendem Zug

Ein Bahn-Mitarbeiter ist bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem Fahrgast aus dem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Der Vorfall habe sich

Mehr
Zahl der Erdbeben-Toten in Venezuela auf mehr als 5000 gestiegen

Gut drei Wochen nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 5000 gestiegen. Seit der Katastrophe am 24. Juni seien 5069 Tote

Mehr
Trump-Regierung weicht Artenschutzgesetz noch weiter auf

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten noch weiter aufgeweicht. Eine Woche nach einer Entschärfung des

Mehr

Top Meldungen

SPD will Vermögenssteuer zum Schlüsselthema machen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat eine harte Auseinandersetzung mit der Union um die Rückkehr der Vermögenssteuer und eine höhere

Mehr
Wirtschaftsweise Grimm rät zum Verzicht auf Schuldenbremsen-Reform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Bundesregierung aufgefordert, auf eine Reform der Schuldenbremse notfalls zu verzichten. "Es ist

Mehr
Bauernpräsident warnt vor Düngemittel-Knappheit durch Iran-Krieg

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Infolge des Iran-Kriegs steht Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes vor einer Düngemittel-Krise. "Ein physischer Engpass

Mehr