Politik

Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von "schwieriger" Beziehung zu Israel

  • AFP - 20. August 2026, 08:55 Uhr
Bild vergrößern: Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von schwieriger Beziehung zu Israel
Der getroffene Konvoi der Hilfsorgansation
Bild: AFP

Angesichts der Entscheidung der israelischen Armee, den Tod einer Australierin im Gazastreifen nicht weiter zu untersuchen, hat Australiens Außenministerin Penny Wong die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als 'schwierig' bezeichnet.

Angesichts der Entscheidung der israelischen Armee, den Tod einer Australierin im Gazastreifen nicht weiter zu untersuchen, hat Australiens Außenministerin Penny Wong die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als "schwierig" bezeichnet. "Die australische Regierung wird Israel weiterhin dazu drängen, der Gerechtigkeit Genüge zu tun", sagte Wong am Donnerstag vor Journalisten, nachdem sie mit dem israelischen Botschafter gesprochen hatte. 

Die australische Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Central Kitchen, Lalzawmi "Zomi" Frankcom, war 2024 bei einem israelischen Angriff auf ihren Fahrzeug-Konvoi gemeinsam mit sechs Kollegen getötet worden.

Die israelische Armee hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie den Vorfall nicht im Rahmen von strafrechtlichen Ermittlungen untersuchen werde, was in der australischen Regierung zu Empörung führte. Wong bestellte den israelischen Botschafter Hillel Newman ein. Sie bezeichnete die Entscheidung der israelischen Armee als "besonders beleidigend und verletzend", weil sie am Welttag der Humanitären Hilfe am 19. August bekanntgegeben worden war.

Die Außenministerin wies zudem ihren Botschafter in Israel an, der dortigen Regierung "direkt unsere Ansichten" zu übermitteln. Nach dem Gespräch mit dem Vertreter Israels in Canberra sagte Wong, sie habe "kein Vertrauen" in die israelischen Ermittlungen zu den Tötungen.

Israels Botschafter Newman bedauerte Frankcoms Tod, betonte aber zugleich, Israel habe nicht die Absicht gehabt, die Mitarbeiter der Hilfsorganisation anzugreifen oder in irgendeiner Form zu verletzen. "Die Entscheidung ist, dass es keine strafrechtliche Haftung gibt. Wir müssen diese Schlussfolgerung respektieren", sagte er. 

Der Gründer von World Central Kitchen, Starkoch José Andrés, erklärte im Onlinedienst X, die israelische Entscheidung sei "falsch und schmerzhaft für uns alle". Er forderte eine unabhängige Kommission, um den Vorfall zu untersuchen.

Bei dem israelischen Drohnenangriff im April 2024 waren im Gazastreifen sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation, die unter anderem aus Australien, Großbritannien, Polen und Kanada stammten, getötet worden. Die israelische Armee sprach anschließend von einem "schweren Fehler".

Weitere Meldungen

Nach Anschlägen auf Stromversorgung: Verdächtiger in Untersuchungshaft

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke und Sabotageversuchen an der Stromversorgung in mehreren Bundesländern sitzt der 48-jährige Tatverdächtigen nun in Untersuchungshaft. Das

Mehr
Frankreichs Rechtspopulisten: Le-Pen-Nichte drängt nach vorne

Gut sieben Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl zeichnen sich bei den Rechtspopulisten von Marine Le Pen interne Spannungen ab: Le Pens Nichte, die noch weiter

Mehr
Krise in Ceuta: EU stellt Spanien 114,7 Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung

Nach dem Massenandrang von Menschen aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta hat die EU Spanien Nothilfe in Höhe von 114,7 Millionen Euro gewährt. Das Geld solle der

Mehr

Top Meldungen

Minister Klingbeil legt Strategie für bessere Finanzbildung von Bürgern vor

Botschafter für Finanzbildung und Schulbesuche bei der Bundesbank: Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat nach Informationen der "Rheinischen Post" eine Strategie vorgelegt, mit

Mehr
Klingbeil will Finanzwissen der Bürger verbessern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will das Wissen der Bürger, insbesondere von Jüngeren, Frauen und Menschen mit geringeren Einkommen,

Mehr
VAE kündigen Milliardeninvestitionen in Deutschland an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Vereinigten Arabischen Emirate stellen im Kontext des Staatsbesuchs von Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan ab Donnerstag

Mehr