Brennpunkte

NRW-Landesregierung lehnt Mikrohandel in Suchthilfezentren ab

  • dts - 1. September 2026, 13:47 Uhr
Bild vergrößern: NRW-Landesregierung lehnt Mikrohandel in Suchthilfezentren ab
Drogenbesteck (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung lehnt den Vorstoß aus Köln und Düsseldorf ab, Mikrohandel in Suchthilfezentren zu tolerieren. Das Gesundheitsministerium und das Innenministerium stünden dem sogenannten Mikrohandel "grundsätzlich kritisch gegenüber", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) der FAZ.

Würde der Staat Mikrohandel tolerieren, "dann würde der Staat damit einen wesentlichen ordnungs- und drogenpolitischen Grundsatz relativieren, nämlich das Verbot des Rauschgifthandels". Weiter heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf: Durch Mikrohandel "würde letztlich ein legaler Absatzmarkt für einen Geschäftszweig der Organisierten Kriminalität geschaffen".

Im Mai hatten sich die beiden Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und Stephan Keller (CDU) mit der Bitte an die schwarz-grüne Landesregierung gewandt, den Mikrohandel mit illegalem Rauschgift in Suchthilfezentren ihrer Städte tolerieren zu dürfen. In der FAZ boten Burmester und Keller dann Mitte Juni an, Köln und Düsseldorf könnten als bundesweite Pionierstädte agieren. Vorbild soll das bereits in den 1990er-Jahren entwickelte "Zürcher Modell" sein.

Ein Sprecher des Kölner Oberbürgermeisters Burmester wies nun darauf hin, selbstverständlich müsse es wie in der Schweiz darum gehen, Vorkehrungen zu treffen, dass in den Konsum- und Anlaufstellen kein Dealen, also kein geschäftsmäßiger Handel, stattfinde. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Keller zeigte sich enttäuscht. "Wir tolerieren den Handel doch schon heute Tag für Tag auf den Straßen unserer Stadt." Mit den bisherigen rechtlichen Möglichkeiten kämen die Städte den Folgen der Crack-Welle nicht mehr bei. "Deswegen fordern wir nach wie vor Lösungsvorschläge von der Landes- und Bundespolitik", sagte Keller. Er und Burmester planten nun einen neuen Anlauf über den Deutschen Städtetag. "Ich gehe allerdings davon aus, dass die Crack-Problematik mittlerweile auch in Berlin so sichtbar ist, dass dort idealerweise aus eigenem Antrieb gehandelt wird."

Weitere Meldungen

US-Krankenschwester tötet ihre drei Kinder: Jury uneins über Schuldfähigkeit

Hängepartie im viel beachteten US-Prozess gegen eine Mutter, die ihre drei Kinder getötet hat: Die Geschworenen haben am Mittwoch in Plymouth im US-Bundesstaat Massachusetts den

Mehr
Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot

Mehr
Minister: Israel plant Umsiedlung von Bevölkerung des Gazastreifens

Israel hat nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz Pläne zur Umsiedlung von Palästinensern aus dem Gazastreifen. Die USA müssten allerdings noch klären, wohin

Mehr

Top Meldungen

US-Ölriese Chevron will Ölförderung in Venezuela verdoppeln

Der US-Energiekonzern Chevron hat eine deutliche Ausweitung seiner Ölförderung in Venezuela angekündigt. Mit dem südamerikanischen Land sei ein Vertrag im Wert von sieben

Mehr
Grüne werfen Regierung sozial ungerechte Familienpolitik vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundestagsfraktion der Grünen wirft der schwarz-roten Bundesregierung vor, bei ihrem Sparkurs vor allem Kinder und Familien hart zu treffen.

Mehr
EU-Kommission genehmigt Reiches Pläne für neue Gaskraftwerke

Die Bundesregierung darf in den kommenden Jahren den Bau neuer Gaskraftwerke fördern. Die EU-Kommission genehmigte am Mittwoch in Brüssel die Pläne von

Mehr