Brennpunkte

Epstein-Skandal: US-Milliardär Black verweigert Kongressanhörung

  • AFP - 3. September 2026, 18:14 Uhr
Bild vergrößern: Epstein-Skandal: US-Milliardär Black verweigert Kongressanhörung
Der Milliardär Leon Black im Juni im Kongress
Bild: AFP

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat einer seiner Geschäftspartner eine Anhörung durch den Kongress verweigert. Der Investor Leon Black reichte stattdessen eine Klage gegen die Vorladung ein.

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat einer seiner früheren Geschäftspartner eine Kongressanhörung verweigert. Der Investor Leon Black reichte stattdessen eine Klage gegen die Vorladung für Donnerstag ein. Die Abgeordneten hätten ihre Befugnisse überschritten, weil sie Einsicht in Schweigevereinbarungen verlangten, die er mit Frauen ohne bekannte Verbindung zu Epstein geschlossen habe, argumentiert der 75-jährige Milliardär darin. 

Der Vorsitzende des Epstein-Untersuchungsausschusses, der Republikaner James Comer, nannte es "bedauerlich, dass Leon Black sich hinter einer Klage versteckt, statt den amerikanischen Bürgerinnen und Bürgern Antworten zu geben". Demokratische Abgeordnete forderten, Black wegen Missachtung des Kongresses zu belangen. 

Im Juni hatte Black eine erste Ausschuss-Befragung nach Fragen zu den Schweigevereinbarungen mit Frauen abgebrochen. Er räumte bei der Anhörung ein, Epstein 158 Millionen Dollar (rund 136 Millionen Euro) für Steuer- und Anlageberatung gezahlt zu haben. Er bestritt allerdings, von den mutmaßlichen Verbrechen des Finanzinvestors gewusst zu haben.

Der gut vernetzte Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen.

Im Jahr 2019 wurde Epstein wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Einen Monat später wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Zuletzt hatte der Epstein-Untersuchungsausschuss Microsoft-Gründer Bill Gates sowie den früheren Präsidenten Bill Clinton und seine Frau Hillary befragt. Die Demokraten verlangen, auch Präsident Donald Trump vorzuladen. Keinem von ihnen konnte ein Fehlverhalten bisher nachgewiesen werden.

Weitere Meldungen

Bekennerschreiben nach Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg aufgetaucht

Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam

Mehr
Vor US-Prozess: Venezuelas Ex-Präsident Maduro pocht auf Immunität

Acht Monate nach seiner Gefangennahme durch das US-Militär hat der entmachtete venezolanische Präsident Nicolás Maduro erneut versucht, den Prozess in New York abzuwenden. Er

Mehr
Flugverbot für Tigermücken: Französischer Bürgermeister greift durch

Ein französischer Bürgermeister hat für Tigermücken ein offizielles Überflugverbot für seine Kommune erlassen. "In Anbetracht der Tatsache, dass ihre wiederholten, niedrigen

Mehr

Top Meldungen

Bundesrechnungshof kritisiert Klingbeils Haushaltspolitik heftig

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Unmittelbar vor dem Start der Etatberatungen im Bundestag wirft der Bundesrechnungshof Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) falsche

Mehr
Niedersachsen warnt VW vor Aushebeln der Mitbestimmung

Hannover (dts Nachrichtenagentur) - Die Landesregierung Niedersachsens hat den VW-Konzern gewarnt, die Mitbestimmung des Bundeslandes zu umgehen. "Mit einem Aushebeln des

Mehr
Ufo und Lufthansa nehmen Gespräche wieder auf

Mörfelden-Walldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und Lufthansa wollen die Gespräche zu offenen Tarifthemen in der kommenden Woche

Mehr