Abfangtechnik, Abwehrzentren und mehr Personal: Die Länder investieren einem Bericht zufolge Millionen in den Aufbau und die Ausstattung neuer Einheiten zum Schutz vor Drohnen. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Erhebung des Magazins "Focus" bei den Innenministerien der 16 Bundesländer.Â
Baden-Württemberg etwa will demnach das bestehende Drohnenabwehrzentrum ausbauen und für zweieinhalb Millionen Euro zusätzliche moderne Abfangtechnik für die Polizei anschaffen. "Drohnen sind längst kein harmloses technisches Spielzeug mehr, sondern eine reale, ernstzunehmende Gefahr für unsere innere Sicherheit", sagte Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) dem "Focus". Der versuchte Anschlag am Flughafen in Leipzig mit Sprengstoffdrohnen Anfang August habe dies auf drastische Weise gezeigt.
Die Bundesregierung macht Russland für den Vorfall in Leipzig verantwortlich. Sie sieht Deutschland inzwischen als "tägliches Ziel hybrider Kriegsführung", zu der auch Angriffe oder Spionage mit Drohnen gehört.
In Hessen werde die Drohnenabwehr mit zehn Millionen Euro "massiv" ausgebaut, erklärte Innenminister Roman Poseck (CDU) laut "Focus". "Auch personell haben wir bereits entsprechende Verstärkungen vorgenommen." Die Sicherheitslage bezeichnete der Innenpolitiker als "angespannt".
Bayern hat an den drei bayerischen Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bereits stationäre und mobile Abwehrtechnik im Einsatz und will diese noch ausbauen. Das Drohnenkompetenz- und abwehrzentrum (DKAZ) der Bayerischen Polizei in Erding soll schrittweise auf 100 Mitarbeiter anwachsen.
Niedersachsen will 7,3 Millionen Euro für Technik zum Schutz vor Drohnen ausgeben. Das sächsische Innenministerium plant für die Jahre 2027 und 2028 Investitionen in Höhe von bis zu 7,9 Millionen Euro für neue Ausrüstung, davon soll die Hälfte in die Drohnenabwehr gehen.
Allein im ersten Halbjahr 2026 seien in Sachsen 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über Standorten von kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen gemeldet worden, erklärte die Behörde.
In Schleswig-Holstein waren es nach Auskunft des Ministeriums 2025 insgesamt 148 Fälle. Inzwischen wurden dort 50 neue Stellen "für die Drohnenabwehreinheit und notwendige Ermittlungsarbeit" geschaffen und sieben Millionen Euro in moderne Abfangtechnik investiert.
Politik
Bericht: Länder rüsten sich für Abwehr von Drohnen
- AFP - 10. September 2026, 16:53 Uhr
Abfangtechnik, Abwehrzentren und mehr Personal: Die Länder investieren nach einem Bericht des Magazins 'Focus' Millionen in den Aufbau und die Ausstattung neuer Einheiten zum Schutz vor Drohnen.
Weitere Meldungen
In Frankreich geht der Streit um den Einfluss der russischen Journalistin Xenia Fedorova weiter: Die Regierung drohte dem rechtsgerichteten TV-Sender CNews mit einem
MehrDer stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Alexander Schweitzer hat deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geübt. "Die SPD ist koalitionstreu. Aber wir müssen
MehrBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, am Donnerstag in Berlin empfangen. Beide
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Umweltbundesamt (UBA) soll im Bundeshaushalt 2027 insgesamt 40 neue Stellen erhalten. Das berichtet der Newsletter "Energie und Klima" des
MehrFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erhöht. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in
MehrMünchen (dts Nachrichtenagentur) - Die Unternehmensberatung Roland Berger räumt Europa Chancen ein, in relevanten Wachstumsbranchen eine führende Position behaupten oder
Mehr














