Die britische Polizei hat die Rechtswidrigkeit von im Februar beim früheren britischen Prinzen Andrew erfolgten Hausdurchsuchungen eingeräumt. Ein Richter am High Court in London erklärte am Donnerstag, die Polizei habe zugegeben, dass die Durchsuchungsbefehle im Zusammenhang mit der vorübergehenden Festnahme des Ex-Prinzen im Februar "rechtswidrig waren". Zugleich betonte der zuständige Richter Nicholas Hilliard, dass die Ermittlungen fortgesetzt würden. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Beziehungen von Andrew zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
"Die Tatsache, dass die Durchsuchungsbeschlüsse für nichtig erklärt wurden, bedeutet weder, dass die Ermittlungen damit beendet sind, noch dass die gesamten Ermittlungen rechtswidrig waren", betonte Hilliard. Demnach beantragte die Polizei jedoch, die bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Gegenstände behalten zu können. Der 66-Jährige hatte nach Angaben der Justiz vom Montag die nachträgliche Aufhebung der Durchsuchungsbeschlüsse beantragt.
Im Rahmen ihrer Ermittlungen hatte die Polizei Durchsuchungsbeschlüsse für das Anwesen von Andrew Mountbatten-Windsor im englischen Sandringham und seine frühere königliche Lodge in Windsor erwirkt. Am 19. Februar - seinem Geburtstag - wurde der Bruder des Königs in Sandringham festgenommen. Er kam noch am selben Tag wieder frei. Bei den Ermittlungen geht es um mutmaßlichen Amtsmissbrauch. Andrew weist alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.
Der Richter betonte, er werde "zu gegebener Zeit entscheiden", ob die Polizei das bei der Durchsuchung beschlagnahmte Eigentum des Ex-Prinzen behalten dürfe.
Die Polizei teilte ihrerseits mit, dass die Entscheidung, die Durchsuchungsbefehle zu erlassen, "falsch" gewesen sei. Derzeit liefen rechtliche Verfahren, "um zu klären, wie mit dem bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Material verfahren werden soll und ob wir es zur Unterstützung unserer laufenden Ermittlungen rechtmäßig einbehalten dürfen", fügte die Polizei in einer Erklärung hinzu. Gleichzeitig werde alles daran gesetzt, die Ermittlungen "fair und effektiv" voranzubringen.
Der Königshaus-Experte und Historiker Andrew Lownie sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Entscheidung sei "psychologisch gesehen ein Schub für Andrews Kampagne". Der Ex-Prinz fühle sich "ungerecht behandelt. Und er ist nun der Meinung, dass er zurückschlagen sollte, anstatt alle Schläge einzustecken", sagte Lownie.
Charles III. hatte seinem Bruder wegen des Epstein-Skandals bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren. Die US-Australierin hatte sich im April vergangenen Jahres mit 41 Jahren das Leben genommen. In ihren einige Monate später veröffentlichten Memoiren erneuerte Giuffre detailliert ihren Vorwurf, der damalige Prinz Andrew habe Sex mit ihr gehabt, als sie erst 17 Jahre alt war. Andrew weist diese Vorwürfe zurück.
Brennpunkte
Britische Polizei räumt Rechtswidrigkeit von Hausdurchsuchungen bei Ex-Prinz Andrew ein
- AFP - 8. Oktober 2026, 20:24 Uhr
Die britische Polizei hat eingeräumt, dass die Hausdurchsuchungen im Februar beim früheren britischen Prinzen Andrew rechtswidrig waren.
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