Politik

Vor Steuerschätzung: CDU-Regierungschef Schnieder pocht auf Stromsteuer-Senkung

  • AFP - 22. Oktober 2026, 11:19 Uhr
Bild vergrößern: Vor Steuerschätzung: CDU-Regierungschef Schnieder pocht auf Stromsteuer-Senkung
Rheinland-pfälzischer Ministerpräsident Schnieder
Bild: AFP

Vor Veröffentlichung der Steuerschätzung hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) die Forderung der Union bekräftigt, die Stromsteuer zu senken. Dies solle zur Entlastung von Bürgern und Unternehmen am besten schon zum 1. Januar geschehen.

Vor Veröffentlichung der Steuerschätzung hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) die Forderung der Union bekräftigt, die Stromsteuer zu senken. Dies solle zur Entlastung von Bürgern und Unternehmen am besten schon zum 1. Januar geschehen, sagte der CDU-Politiker im rbb24 Inforadio am Donnerstag. Da höhere Steuereinnahmen erwartet würden, seien die finanziellen Spielräume vorhanden und sollten entsprechend genutzt werden.

Die CDU hatte nach einer Präsidiumsklausur Mitte Oktober eine Senkung der Stromsteuer "für alle" auf das europäische Minimum in Aussicht gestellt. Eigentlich ist dies schon im Koalitionsvertrag vereinbart, Schwarz-Rot verzichtete aber im vergangenen wegen fehlenden finanziellen Spielraums im Haushalt zunächst darauf. Gesenkt wurde damals nur die Stromsteuer für Bereiche der Industrie und der Land- und Forstwirtschaft.

CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz verwies zur Finanzierung der Stromsteuersenkung für alle jüngst auf ein höheres Wachstum, das auch höhere Steuereinnahmen bringen werde. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigte sich aber skeptisch, ob sich die Entlastung damit dauerhaft finanzieren lasse.

Skepsis kam aber auch aus der Union: Davon auszugehen, dass sich haushälterisch größere Spielräume auftäten oder der Konsolidierungsbedarf deutlich sinken würde, "da wäre ich vorsichtig", sagte der CDU-Haushaltspolitiker Yannick Bury im Podcast Table.Today nach Angaben vom Mittwochabend. Eine positivere Konjunktur heiße umgekehrt auch, dass die Spielräume bei der Schuldenbremse geringer würden. Der Staat darf dann nach der sogenannten Konjunkturkomponente weniger Schulden aufnehmen als bei einer schlechteren Wirtschaftsentwicklung.

Zudem dürfe die Politik nicht nur die Einnahmenseite betrachten, sagte Bury: "Wir müssen die Ausgabenseite betrachten." Die konjunkturelle Erholung Anfang des Jahres werde sich erst mit einigen Monaten Verzögerung auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln. Die Ausgaben für die Finanzierung der Arbeitslosigkeit würden damit vermutlich erst einmal hochbleiben, "möglicherweise noch ein bisschen höher werden". 

Am Nachmittag legt der Arbeitskreis Steuerschätzung seine Herbstprognose vor. Die Schätzung bezieht sich auf die erwarteten Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden bis zum Jahr 2031. Klingbeil will sich dann bei einer Pressekonferenz in Berlin zur Finanzlage äußern (15.00 Uhr).

Weitere Meldungen

PHP-Sicherheitslücke: CDU-Innenexperte fordert mehr deutsche KI-Anstrengungen

Angesichts der weltweiten Sicherheitslücke bei der Programmiersprache PHP fordert der CDU-Innenpolitiker Günter Krings deutlich mehr eigene Anstrengungen in Deutschland und

Mehr
SPD-Vorsitz: Heil erwägt Kandidatur - Schwesig schließt sie nicht aus

Nach dem Rücktritt von SPD-Ko-Chefin Bärbel Bas zieht der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine Kandidatur für den Parteivorsitz unter bestimmten Bedingungen in

Mehr
"Linke Clan-Bürgermeisterin": Berliner Linke verliert in Streit um Hagel-Äußerungen

Im Streit um Äußerungen von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) hat die Berliner Linke vorerst eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies

Mehr

Top Meldungen

Viessmann wird Gesellschafter beim FC Bayern

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Viessmann Generations Group hat das letzte verfügbare Anteilspaket der FC Bayern München AG erworben. Das teilte der deutsche

Mehr
Bericht: Bürgergeld-Reform spart nicht die versprochenen Milliarden

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar nicht. Das ergibt eine Auswertung der "Süddeutschen Zeitung"

Mehr
Steuereinnahmen legen im September nur leicht zu

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Steuereinnahmen sind im September 0,4 Prozent höher gewesen als vor einem Jahr. Das steht im neuen Monatsbericht des

Mehr