Brennpunkte

Frankreichs Senat verabschiedet Gesetz zum Schutz gegen Kindesmissbrauch

  • AFP - 3. November 2026, 17:02 Uhr
Bild vergrößern: Frankreichs Senat verabschiedet Gesetz zum Schutz gegen Kindesmissbrauch
Französischer Senat
Bild: AFP

Kinder sollen in Frankreich künftig besser vor sexuellem und anderem Missbrauch geschützt werden. Der Senat verabschiedete am Dienstag mit 260 zu einer Stimme ein Gesetz dazu, das nun noch in einen Vermittlungsausschuss kommt.

Kinder sollen in Frankreich künftig besser vor sexuellem und anderem Missbrauch geschützt werden. Der Senat verabschiedete am Dienstag mit 260 zu einer Stimme ein Gesetz dazu, das nun noch in einen Vermittlungsausschuss kommt. Es sieht insbesondere vor, dass Vergewaltigung von Kindern künftig nicht mehr verjährt. Derzeit gilt eine Verjährungsfrist von 30 Jahren, die von der Volljährigkeit an gezählt wird. Das bedeutete, dass ein Erwachsener bislang mit spätestens 48 Jahren eine Vergewaltigung in seiner Kindheit anzeigen muss, damit ein Verfahren eingeleitet werden kann.

Das Gesetz sollte ursprünglich vor allem die Situation von Heim- und Pflegekindern verbessern - etwa durch eine verstärkte Kontrolle und Ausbildung der Betreuer. Nach dem Fall Lyhanna wurde das Gesetz erheblich erweitert: Das elf Jahre alte Mädchen war im Juni von einem Mann getötet worden, gegen den mehrere Missbrauchsanzeigen vorlagen, die folgenlos geblieben waren. Rund 140 Frauen- und Kinderschutzverbände hatten sich dafür eingesetzt, in einem umfassenden Gesetz "die Opfer ins Zentrum stellen".

Das Gesetz sieht daher einen Mindeststandard für Ermittlungen nach einer Missbrauchsanzeige vor: Dazu zählen Anhörungen des Opfers und des mutmaßlichen Täters, das Sichern von Beweismitteln und die Suche nach möglichen weiteren Opfern. Vorgesehen sind auch verpflichtende Einzelgespräche an Grundschulen, um Missbrauch von Kindern früh aufzudecken - allerdings erst ab 2032.

Die Verbreitung sexueller Inhalte im Internet - etwa durch sogenannte Deepfakes, die Menschen mit Hilfe von KI nackt darstellen - soll strenger bestraft werden als bisher. Auch Plattformen wie Onlyfans, die kostenpflichtige sexuelle Inhalte anbieten, sollen stärker reglementiert werden. Weiterhin sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, bei Hinweisen auf sexuelle Übergriffe eine interne Untersuchung einzuleiten. Der Senat fügte hinzu, dass Kinder, die von ihren Eltern verlassen wurden, später keine Unterhaltspflicht ihnen gegenüber haben. 

Weitere Meldungen

Erster öffentlicher Auftritt von Regisseur Panahi seit Rückkehr in den Iran

Der preisgekrönte iranische Filmemacher Dschafar Panahi ist Medienberichten zufolge erstmals seit seiner Rückkehr in den Iran öffentlich aufgetreten. Panahi nahm am Dienstag in

Mehr
Vergewaltigungsprozess gegen Russel Brand: Jury berät über Urteil

Im Vergewaltigungsprozess gegen den britischen Komiker und Schauspieler Russell Brand vor einem Gericht in London hat die Jury am Dienstag mit ihren Beratungen über das Urteil

Mehr
Brandanschlag auf Starlink-Station in Polen: Weitere Festnahme in Deutschland

Sechs Wochen nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Bodenstation des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist in Baden-Württemberg ein dritter

Mehr

Top Meldungen

Linnemann will Bürokratiekosten für Ärzte senken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will die Bürokratiekosten im Gesundheitswesen bis 2030 um 101 Millionen Euro pro Jahr senken.

Mehr
Regierung erwartet 2027 Rentenerhöhung von über vier Prozent

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Den rund 21 Millionen gesetzlich versicherten Rentnern steht auch im kommenden Jahr eine Rentenerhöhung von mehr als vier Prozent in Aussicht.

Mehr
Woidke fürchtet Auswirkungen neuer Gaskraftwerke auf den Strompreis

Potsdam (dts Nachrichtenagentur) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßt die LEAG-Zuschläge in der ersten Ausschreibungsrunde der Kraftwerksstrategie,

Mehr