Die geplante Beschaffung von acht neuen Flugabwehrfregatten des Typs F127 für die deutsche Marine könnte deutlich teurer werden als bislang bekannt. Der "Stern" berichtet laut Mitteilung vom Mittwochabend unter Berufung auf interne Planungen der Bundeswehr, dass sich die Gesamtkosten auf bis zu 45 Milliarden Euro belaufen könnten. Ursprünglich waren rund 25 Milliarden Euro vorgesehen, zuletzt war von mehr als 40 Milliarden Euro die Rede.
Hauptkostentreiber sind dem Bericht zufolge die US-Aegis-Kampfsysteme sowie die geplanten Lenkflugkörper. Allein für die acht Aegis-Systeme kalkuliert das US-Verteidigungsministerium demnach mit bis zu zwölf Milliarden Dollar. Das habe die zuständige US-Dienststelle bestätigt, berichtete das Magazin.
Die F127-Fregatten sollen die Marine in die Lage versetzen, von See aus Raketen, Drohnen und sogar Hyperschallwaffen abzufangen. Die Planung für die Schiffe läuft bereits seit Jahren.
Verteidigungspolitiker von Union und Grünen warnten vor einer Wiederholung der Beschaffungsprobleme wie beim gestoppten F126-Fregattenprojekt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte das Vorhaben zum Bau von insgesamt sechs Fregatten des Typs F126 nach diversen Verzögerungen im Juni gestoppt. Die niederländische Damen-Werft fordert deshalb wegen Vertragsbruchs mehrere Milliarden Euro.
Das CDU-Mitglied im Verteidigungsausschuss, Bastian Ernst, sagte dem "Stern", die Fähigkeiten der F127 würden benötigt, "aber ein Fiasko wie bei der F126 darf sich nicht wiederholen". Das Parlament werde den weiteren Verlauf "nun besonders kritisch und eng überwachen". Der Grünen-Verteidigungspolitiker Robin Wagener forderte in dem Magazin vom Ministerium eine seriöse Kostenplanung.
Auch im Haushaltsausschuss gibt es laut "Stern" Vorbehalte gegen das Fregattenprojekt. Es gelte aktuell als unwahrscheinlich, dass der Ausschuss den Preis von 45 Milliarden Euro billigen würde. Im Beschaffungsamt und der Projektleitung wurde dem Bericht zufolge indes bereits im Sommer mit Gesamtkosten bis zu 45 Milliarden Euro geplant.
Allein für vorbereitende Maßnahmen und Studien sind nach Recherchen des "Stern" bereits rund 100 Millionen Euro ausgegeben worden; weitere Vorleistungen könnten bis zu 220 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung über die finale Ausstattung der Schiffe und den zu beauftragenden Generalunternehmer sei noch nicht getroffen worden. Bis April muss spätestens eine Entscheidung stehen, um US-Komponenten verbauen zu können.
Brennpunkte
Bericht: Kosten für F127-Fregatten könnten auf 45 Milliarden Euro steigen
- AFP - 5. November 2026, 11:46 Uhr
Die geplante Beschaffung von acht neuen Flugabwehrfregatten des Typs F127 für die deutsche Marine könnte deutlich teurer werden als bislang bekannt. Nach einem 'Stern'-Bericht könnten sich die Gesamtkosten auf bis zu 45 Milliarden Euro belaufen.
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