Politik

Papst fordert in Uruguay Männer zum Respekt gegenüber ihren Ehefrauen auf

  • AFP - 8. November 2026, 16:10 Uhr
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Papst hält Messe in Florida, Uruguay
Bild: AFP

Papst Leo XIV. hat auf der ersten Station seiner Südamerika-Reise im von geschlechterspezifischer Gewalt geprägten Uruguay Männer aufgerufen, ihre Ehefrauen mit Respekt zu behandeln.

Papst Leo XIV. hat auf der ersten Station seiner Südamerika-Reise in Uruguay Männer aufgerufen, ihre Ehefrauen mit Respekt zu behandeln. "Liebe Väter und Großväter, behandelt eure Frauen mit Respekt, bittet um Vergebung und seid integer, auch wenn dies Opfer erfordert", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag bei einer Predigt in der südlichen Stadt Florida. 

Nach Angaben der UNO waren im Jahr 2024 in Lateinamerika und der Karibik mehr als 3800 Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet worden. In den vergangenen fünf Jahren gab es in der Region fast 20.000 Femizide. Die meisten davon wurden von den Partnern oder Ex-Partnern der Opfer begangen.  

Tausende Gläubige waren zu der Messe in Florida gepilgert, die unter freiem Himmel vor einer Kirche stattfand. Die Kirche beherbergt einen Schrein, der als Symbol für den Unabhängigkeitskampf Uruguays von der spanischen Kolonialherrschaft gilt. 

"Ich denke, es ist sehr wichtig, dass der Papst gekommen ist, denn das stärkt die Präsenz der Kirche in unserem Land", sagte die 22-jährige Ivanna Fisichella der Nachrichtenagentur AFP. Eine andere Anwesende pries "die Anstrengung, die der Papst auf sich nimmt", der sich vor kurzen noch einer Operation an der Lunge unterzogen hatte.   

Mit der Messe beendete Leo XIV. die erste Etappe seiner zwölftägigen Südamerika-Reise. Uruguay gilt als das am stärksten säkular geprägte Land Lateinamerikas. Laut einer Umfrage von Latinobarómetro aus diesem Jahr bezeichnen sich nur 35 Prozent der Einwohner als katholisch. In ganz Lateinamerika ist die Zahl der Menschen, die sich als katholisch bezeichnen, in den vergangenen 30 Jahren von 80 auf 55 Prozent gesunken.

Leo XIV. absolviert seine Südamerika-Reise nur rund dreieinhalb Wochen, nachdem ihm ein bösartiger Tumor aus der Lunge entfernt worden war. Trotz des Eingriffs hielt der 71-Jährige an seinen Reiseplänen fest. Am Sonntagabend wollte er nach Argentinien weiterreisen. Ab Mittwoch besucht er schließlich Peru, wo er rund zwei Jahrzehnte als Missionar und Bischof tätig war. Für Uruguay und Argentinien ist es der erste Papstbesuch seit fast 40 Jahren.

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