Technologie

Böhmermann für "harte Regulierung" sozialer Medien und AfD-Verbot

  • dts - 14. November 2025, 20:31 Uhr
Bild vergrößern: Böhmermann für harte Regulierung sozialer Medien und AfD-Verbot
Junge Leute mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Der Fernsehsatiriker Jan Böhmermann fordert eine "harte Regulierung" der sozialen Medien. "Man muss diese Plattformen zwingend regulieren und als das behandeln, was sie sind: Medienkonzerne, Verlage, die gewerbsmäßig Inhalte verbreiten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe).

Bis es so weit sei, sollten wenigstens Politiker, Abgeordnete und Minister, Behörden, alle staatlich finanzierten Institutionen "dort umgehend raus". Böhmermann fragt: "Warum hängen Staatssekretäre und Bürgermeisterinnen auf Twitter herum? Warum sind Abgeordnete auf Tiktok?"

Der Fernsehmoderator zielt auch auf die Rolle der AfD in den sozialen Medien: "Wenn Sie sich nun ansehen, wer sich einer Regulierung der Tech-Giganten widersetzt, dann ist da immer die AfD an erster Stelle." Die Rechtsextremen wüssten genau, was sie "an X, am großen Deutschland-Investor Google und Co. haben".

Böhmermann befürwortet ein Verbot der AfD, unabhängig von den Erfolgsaussichten eines Verbotsverfahrens: "Wir sind doch keine Weicheier. Wir sollten das dringend erforderliche Verbotsverfahren nicht nur unter dem Angsthasen-Blickwinkel betrachten: Klappt das oder nicht? Wir sollten den Rücken durchdrücken und sagen: Wir, die wehrhaften, mutigen Demokraten, werden das natürlich schaffen."

Böhmermann, der lange auf X (früher Twitter) aktiv war und sich als "radikalen Demokraten" bezeichnet, verbindet seine Forderung nach Regulierung mit Kritik an einem Teil der Medien. "Was in dem braunen Loch passiert, wird von einigen Medien dann skrupel- oder kenntnislos ungeprüft weiterverbreitet, diese Berichterstattung wird dann wiederum von etablierteren Medien aufgegriffen und erneut zurückgespielt. Eine Todesspirale."

Zur Aufregung um das im Rahmen seiner Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt (HKW) erst verschobene und dann abgesagte Konzert des Rappers Chefket sagte Böhmermann, an dieser Stelle sei "ein unvernünftiger Planungszwischenfall passiert, dass wir ausgerechnet am 7. Oktober ein Konzert organisiert hatten, ohne die jüdische Perspektive zu berücksichtigen".

Weitere Meldungen

Deutsche verbringen immer mehr Zeit an ihren Smartphones

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Zeit, die die Deutschen an ihren Smartphones verbringen, ist erneut gestiegen. Laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom haben die

Mehr
Städtetag fordert neuen Schwellenwert bei Kritis-Dachgesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Ringen um das Kritis-Dachgesetz der Bundesregierung für mehr Sicherheit der kritischen Infrastruktur in Deutschland drängt der Deutsche

Mehr
Özdemir will Handys an Schulen verbieten

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, hat im Falle eines Wahlsiegs ein Handyverbot an

Mehr

Top Meldungen

Schifffahrt erklärt Golf-Gewässer zu Kriegsgebiet - 20.000 festsitzende Seeleute

Der internationale Schifffahrtsektor hat den Persischen Golf, den Golf von Oman und die Straße von Hormus offiziell zum Kriegsgebiet erklärt. Dies werde "den Störungen und

Mehr
USA nehmen Rosneft Deutschland von Sanktionen aus

Washington (dts Nachrichtenagentur) - Die USA nehmen die deutsche Tochter des russischen Ölkonzerns Rosneft von Sanktionen aus. Das teilte das US-Finanzministerium am Donnerstag

Mehr
Selenskyj: Wiederinbetriebnahme von Druschba-Pipeline dauert noch Wochen

Bis zur Wiederinbetriebnahme der umstrittenen Druschba-Pipeline durch die Ukraine könnte es nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch Wochen dauern. "Nach aktuellen

Mehr