Technologie

Sabotage in Berlin: Mittelstandsverband fordert "Krisen-SEK"

  • dts - 6. Januar 2026
Bild vergrößern: Sabotage in Berlin: Mittelstandsverband fordert Krisen-SEK
Strommast (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach der Sabotage und dem großflächigen Stromausfall in Berlin hat der Mittelstandsverband BVMW ein "Krisen-SEK" bei Angriffen auf kritische Infrastruktur gefordert.

"Wir dürfen nicht länger auf das Prinzip `Hoffnung` setzen, sondern brauchen spezialisierte Reaktionskräfte - das heißt: ein Krisen-SEK, das im Ernstfall sofort einsatzfähig ist, um die Folgen schwerer Attacken für unsere Unternehmen so gering wie möglich zu halten", sagte Verbandspräsident Christoph Ahlhaus den Funke-Zeitungen.

Der CDU-Wirtschaftsrat bezifferte den volkswirtschaftlichen Schaden durch den Stromausfall auf eine dreistellige Millionenhöhe. Neben geschlossenen Geschäften und unterbrochenen Lieferketten würden auch Unterricht und Kitas ausfallen, sodass viele Berufstätige nicht arbeiten könnten. "Wenn ein paar Linksextreme mit einem Sabotageakt am Stadtrand solche Schäden verursachen können, wird einem angst und bange, was passieren würde bei einem koordinierten Angriff größeren Ausmaßes. Wir bekommen gerade schmerzhaft vor Augen geführt, wie verwundbar unser Wirtschafts- und Alltagsleben inzwischen ist", sagte CDU-Wirtschaftsrat-Generalsekretär Wolfgang Steiger den Funke-Zeitungen. Die Sabotage würde die Resilienz-Lücken der Infrastruktur in Deutschland aufzeigen.

Der CDU-Wirtschaftsrat forderte die Bundesregierung auf, Lücken in der Resilienz der Energieinfrastruktur zu identifizieren und zu schließen. "Insbesondere muss dringend eine Lösung für die zunehmende Bedrohung von Infrastruktureinrichtungen durch Drohnenüberflüge gefunden werden. Die bei diesen Überflügen mutmaßlich geschossenen Fotos könnten möglicherweise bereits für die Planung weiterer Anschläge genutzt werden", warnte Steiger.

Schon heute sei das Stromnetz Ziel hybrider und cyberbasierter Angriffe. "Das ist keine abstrakte Zukunftsgefahr, sondern bereits heute Realität", sagte Steiger. "Notwendig ist daher ein strategischer Kurswechsel: weg von fragmentierten Zuständigkeiten, hin zu einem integrierten, handlungsfähigen Schutzsystem für kritische Infrastrukturen."

Es brauche nun Investitionen in Prävention, Redundanzen, Notfallkonzepte und Schulungen. "Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen stärker in nationale Sicherheitskonzepte eingebunden werden - als Partner, nicht nur als Adressaten von Regulierung. Cybersicherheit und hybrider Schutz sind Standortpolitik und müssen entsprechend priorisiert und finanziert werden", forderte der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates.

Weitere Meldungen

Städtetag fordert neuen Schwellenwert bei Kritis-Dachgesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Ringen um das Kritis-Dachgesetz der Bundesregierung für mehr Sicherheit der kritischen Infrastruktur in Deutschland drängt der Deutsche

Mehr
Özdemir will Handys an Schulen verbieten

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, hat im Falle eines Wahlsiegs ein Handyverbot an

Mehr
Religionswissenschaftlerin: Tech-Eliten machen KI zur Heilslehre

Heidelberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Heidelberger Religionswissenschaftlerin Inken Prohl sieht in den Zukunftsvisionen von Tech-Eliten zu Künstlicher Intelligenz deutlich

Mehr

Top Meldungen

Dzienus zu Bürgergeld-Reform: Misstrauensvotum gegen Bevölkerung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Politiker Timon Dzienus hat die geplante Umgestaltung des Bürgergelds in eine neue Grundsicherung als "Misstrauensvotum gegen die eigene

Mehr
Krankenkassen haben 2025 mit 3,5 Milliarden im Plus abgeschlossen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz deutlich höherer Ausgaben haben die gesetzlichen Krankenkassen das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen.

Mehr
Höhere Benzinpreise: SPD ruft nach Kartellamt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat das Bundeskartellamt aufgefordert, die Preissteigerungen bei Gas, Öl und Benzin zu prüfen. ‚Es darf

Mehr