Brennpunkte

Pillen für Darknet und Schmutz in Labor: Apotheke in Rheinland-Pfalz muss schließen

  • AFP - 19. Februar 2026, 10:01 Uhr
Bild vergrößern: Pillen für Darknet und Schmutz in Labor: Apotheke in Rheinland-Pfalz muss schließen
Verschiedene Medikamente
Bild: AFP

Ein Apotheker aus Rheinland-Pfalz soll rezeptpflichtige Mittel an jemanden verkauft haben in dem Wissen, dass dieser sie über das Darknet weiterverkaufte. Das Verwaltungsgericht Neustadt bestätigte, dass die Apotheke den Betrieb einstellen muss.

Ein Apotheker aus Rheinland-Pfalz soll rezeptpflichtige Medikamente an jemanden verkauft haben in dem Wissen, dass dieser sie illegal über das Darknet weiterverkaufte. Außerdem wurden in der Apotheke "katastrophale hygienische Zustände" festgestellt, wie das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße am Donnerstag mitteilte. Es bestätigte darum, dass die Apotheke sofort den Betrieb einstellen muss.

Gegen den Mann läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat den Verdacht, dass er mehr als zwei Jahre lang verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Psychopharmaka verkaufte, ohne dass dafür ärztliche Rezepte vorgelegt wurden.

Er soll gewusst haben, dass der Käufer die Mittel illegal im Internet weiterverkaufte. Ihm habe auch klar sein müssen, dass diese Medikamente leicht abhängig machen können und teilweise als sogenannte K.O.-Tropfen bei Vergewaltigungen eingesetzt werden.

Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung kontrollierte die Apotheke mehrmals und fand schwere Hygieneprobleme. So seien das Labor und der Rezepturarbeitsplatz stark verschmutzt gewesen. Die Herstellung von Arzneimitteln sei nicht genau dokumentiert worden. Teilweise sei nicht nachvollziehbar gewesen, welche Ausgangsstoffe verwendet und ob diese ordnungsgemäß gelagert oder auf ihre Qualität geprüft wurden.

Das Landesamt widerrief die Betriebserlaubnis und ordnete an, dass die Apotheke den Betrieb sofort einstellen muss. Zwar seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, es gebe aber erdrückende Verdachtsmomente. Unter anderem gestand den Angaben zufolge der mutmaßliche Käufer, gegen den ebenfalls ermittelt wird. Er habe angegeben, dass der Apotheker vom Weiterverkauf im Darknet gewusst und keine Rezepte verlangt habe.

Der Apotheker wandte sich mit einem Eilantrag an das Gericht, um zu erreichen, dass er vorerst weiterarbeiten kann. Damit hatte er aber nun keinen Erfolg. Gegen den Beschluss kann er noch Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht in Koblenz einlegen.

Weitere Meldungen

Memorial in Russland als "extremistisch" eingestuft

Moskau (dts Nachrichtenagentur) - Die Menschenrechtsorganisation Memorial ist in Russland offiziell als "extremistisch" eingestuft worden. Der Oberste Gerichtshof Russlands verbot

Mehr
Radfahrerin stirbt bei Unfall mit Güterzug in Bayern

Eine Radfahrerin ist in Bayern bei einem Unfall mit einem Zug gestorben. Wie die Polizei in Rosenheim am Donnerstag mitteilte, wollte die Frau am Dienstagabend einen

Mehr
Studie: Bundeswehr noch lange von Waffenimporten abhängig

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundeswehr wird wohl noch lange von Waffenimporten abhängig sein. Bis 2035 könnte eine Lücke von bis zu 117 Milliarden Euro zwischen der

Mehr

Top Meldungen

Pläne zu höherer Pendlerpauschale stoßen auf Kritik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich kritisch zu einer möglichen Erhöhung der

Mehr
Bundesregierung will Umstieg auf Wärmepumpen erleichtern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Wenn Hauseigentümer ihren Gasanschluss abklemmen lassen wollen, um auf eine Wärmepumpe oder auf Fernwärme umzurüsten, konnte das bislang

Mehr
SPD kontert Reiche-Kritik an Energiewende

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die energiepolitische Sprecherin der SPD, Nina Scheer, weist die Kritik an der deutschen Energiewende scharf zurück, die Wirtschaftsministerin

Mehr