Brennpunkte

Pentagon weist Bericht über "bittere Standpauke" für Vatikan-Gesandten zurück

  • AFP - 10. April 2026, 03:29 Uhr
Bild vergrößern: Pentagon weist Bericht über bittere Standpauke für Vatikan-Gesandten zurück
Pentagon-Logo
Bild: AFP

Das Pentagon hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach der Gesandte des Vatikans in den USA wegen Äußerungen von Papst Leo XIV. über die Anwendung militärischer Gewalt durch die US-Regierung zu einer 'bitteren Standpauke' einbestellt worden sei.

Das Pentagon hat einen US-Medienbericht zurückgewiesen, wonach der Gesandte des Vatikans in den USA im Januar wegen kritischer Äußerungen von Papst Leo XIV. über die Anwendung militärischer Gewalt durch die US-Regierung zu einer "bitteren Standpauke" einbestellt worden sei. Der Bericht des US-Nachrichtenportals The Free Press sei "stark übertrieben und verzerrt", erklärte das US-Verteidigungsministerium im Onlinedienst X. Das Treffen sei vielmehr "respektvoll und vernünftig" gewesen.

Bei dem Treffen zwischen dem US-Staatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, und dem Vatikan-Gesandten Kardinal Christophe Pierre sei eine Reihe von Themen angesprochen worden, erklärte das Pentagon, "darunter Fragen der Moral in der Außenpolitik, die Logik der nationalen Sicherheitsstrategie der USA, Europa, Afrika, Lateinamerika und andere Themen".

Der US-Botschafter beim Vatikan, Brian Burch, wies die Medienberichte über das Treffen ebenfalls zurück. Er habe am Mittwoch mit Pierre über das Treffen im Januar gesprochen. Die Berichte darüber "geben nicht wieder, was geschehen ist", erklärte Burch. "Der Kardinal wies die Darstellung seines Treffens mit Colby in den Medien mit Nachdruck zurück", erklärte er weiter. "Er beschrieb das Treffen als 'ehrlich, aber sehr herzlich' und als eine 'normale Begegnung'."

Dem Bericht von The Free Press zufolge hatte Colby dem Kardinal eine "bittere Standpauke" gehalten. Demnach sagte Colby Pierre, die USA hätten "die militärische Macht, zu tun, was immer sie wollen" und die Kirche "täte gut daran, sich auf ihre Seite zu stellen". 

In einer Rede im Januar hatte Papst Leo XIV., der aus den USA stammt, "auf Gewalt gegründete Diplomatie" verurteilt. In der Ostermesse rief der Pontifex diejenigen, die "die Macht haben, Kriege zu beginnen" auf, sich "für den Frieden" zu entscheiden.

Weitere Meldungen

Kubas Präsident will nicht unter US-Druck zurücktreten

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat einen Rücktritt unter Druck aus den USA ausgeschlossen. "Die US-Regierung, die diese feindselige Politik gegen Kuba betreibt, hat

Mehr
Modschtaba Chamenei: Der Iran hat den Krieg "nicht gesucht"

Der oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft erklärt, der Iran wolle keinen Krieg gegen Israel und die USA. "Wir

Mehr
Selenskyj: Ukraine ist bereit für Oster-Feuerpause

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes für eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigte Feuerpause in der Ukraine für

Mehr

Top Meldungen

Gaspreise: Wirtschaftsweiser will europäisches Einkaufskartell

Wien (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts stark gestiegener Beschaffungspreise für Erdgas fordert der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr eine Bündelung der Marktmacht

Mehr
Wirtschaftsweiser lobt Klingbeils Reformpläne

Wien (dts Nachrichtenagentur) - Der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr hat Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) für dessen Reform-Ideen gelobt. "Dass ein SPD-Vizekanzler sagt,

Mehr
Trump warnt Teheran vor Erheben von Mautgebühren in Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump hat Teheran vor dem Erheben von Mautgebühren in der Straße von Hormus gewarnt. "Es gibt Berichte, dass der Iran Tanker, die durch die Straße von

Mehr