Brennpunkte

Kubas Präsident will nicht unter US-Druck zurücktreten

  • AFP - 10. April 2026, 05:13 Uhr
Bild vergrößern: Kubas Präsident will nicht unter US-Druck zurücktreten
Díaz-Canel (l.) und Trump
Bild: AFP

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat einen Rücktritt unter Druck aus den USA ausgeschlossen. 'Der Gedanke, dass Revolutionäre aufgeben und zurücktreten, das gehört nicht zu unserem Vokabular', sagte er dem US-Sender NBC News.

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat einen Rücktritt unter Druck aus den USA ausgeschlossen. "Die US-Regierung, die diese feindselige Politik gegen Kuba betreibt, hat keine moralische Grundlage, von Kuba irgendetwas zu verlangen", sagte Díaz-Canel am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Sender NBC News. "Der Gedanke, dass Revolutionäre aufgeben und zurücktreten, das gehört nicht zu unserem Vokabular", fügte er hinzu.

Kuba sei ein "freier, souveräner Staat", sagte Díaz-Canel. "Wir verfügen über Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und unterliegen nicht den Plänen der USA."

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte zuletzt den Druck auf die kommunistisch regierte Karibikinsel erhöht und wiederholt wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba gefordert. Zugleich erwog Trump öffentlich, die Karibikinsel zu "übernehmen". Zuletzt fanden Gespräche zwischen beiden Seiten statt. Washington bestreitet, zum Rücktritt von Díaz-Canel aufgerufen zu haben.

Der kubanische Präsident sagte NBC News weiter, Havanna wolle "in einen Dialog eintreten und über jedes Thema ohne jede Vorbedingung sprechen". Im Rahmen der Verhandlungen sollten keine "Forderungen nach Änderungen unseres politischen Systems" gestellt werden, "so wie wir keine Änderungen am amerikanischen System verlangen, zu dem wir eine Reihe von Vorbehalten haben", fügte Díaz-Canel hinzu.

Später teilte das kubanische Präsidialamt mit, Díaz-Canel habe am Donnerstag den russischen Vizeaußenminister Sergej Rjabkow zu Gesprächen in Kuba empfangen. Der kubanische Präsident dankte Rjabkow demnach für eine Lieferung russischen Erdöls in der vergangenen Woche. "Das ist der Beweis dafür, dass Kuba nicht allein ist", erklärte Díaz-Canel demnach. In der vergangenen Woche hatte Trump einem russischen Öltanker gestattet, trotz Ölblockade in Kuba zu ankern.

Rjabkow erklärte dem kubanischen Präsidialamt zufolge, "Russland zeigt sich zu 100 Prozent solidarisch mit Kuba". Trotz der "komplexen Situation", die der Karibikstaat durchlebe, "stehen wir an eurer Seite", erklärte Rjabkow demnach weiter. Moskau hat die Entsendung eines zweiten Öltankers nach Kuba angekündigt.

Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr in dem Inselstaat ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.

Weitere Meldungen

Pentagon weist Bericht über "bittere Standpauke" für Vatikan-Gesandten zurück

Das Pentagon hat einen US-Medienbericht zurückgewiesen, wonach der Gesandte des Vatikans in den USA im Januar wegen kritischer Äußerungen von Papst Leo XIV. über die Anwendung

Mehr
Modschtaba Chamenei: Der Iran hat den Krieg "nicht gesucht"

Der oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft erklärt, der Iran wolle keinen Krieg gegen Israel und die USA. "Wir

Mehr
Selenskyj: Ukraine ist bereit für Oster-Feuerpause

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes für eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigte Feuerpause in der Ukraine für

Mehr

Top Meldungen

VdK hält Abschaffung des Ehegattensplittings für "überfällig"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, hat die im Raum stehende Abschaffung des Ehegattensplittings als "überfällig"

Mehr
Gaspreise: Wirtschaftsweiser will europäisches Einkaufskartell

Wien (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts stark gestiegener Beschaffungspreise für Erdgas fordert der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr eine Bündelung der Marktmacht

Mehr
Wirtschaftsweiser lobt Klingbeils Reformpläne

Wien (dts Nachrichtenagentur) - Der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr hat Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) für dessen Reform-Ideen gelobt. "Dass ein SPD-Vizekanzler sagt,

Mehr