Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundeswehr soll grundlegend neu ausgerichtet werden. Die Priorität liege auf der Landes- und Bündnisverteidigung, heißt es in dem am Mittwoch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgestellten Konzept. Militärstrategie, Fähigkeiten und Aufstellung, die Reserve sowie der Personalaufwuchs werden demnach an die Bedrohungslage angepasst.
"Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr geben wir uns eine Militärstrategie", sagte Pistorius. Und das habe mehrere Gründe: "Selten war eine Militärstrategie so nötig wie in dieser historischen Phase." Die Bedrohungslage habe sich vor allem seit Putins Krieg gegen die Ukraine verschärft. "Außerdem wird die internationale Rechtsordnung so sehr infrage gestellt, wie schon lange nicht mehr oder wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie." Die Welt sei unberechenbarer und gefährlicher geworden, so der Minister. "Und daher haben wir sehr klar analysiert: Wie wird sich die Bedrohungslage in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Welche Szenarien sind denkbar oder wahrscheinlich?"
Das Fähigkeitsprofil werde aus der Militärstrategie abgeleitet, fügte der Minister hinzu. Dabei gehe es darum, welche konkreten militärischen Fähigkeiten die Bundeswehr haben müsse. "Es geht vor allem dabei um die Qualität der Fähigkeiten und um die Rolle, die wir bei der Fähigkeitserfüllung der Fähigkeitsziele der Nato, aber auch unserer eigenen nationalen, übernehmen."
In den Plänen des Ministeriums ist auch eine neue Strategie der Reserve vorgesehen, die auf eine deutliche Vergrößerung sowie eine engere Einbindung in die Truppe abzielt. Zudem wird der Aufwuchsplan für die Bundeswehr festgesetzt. Die Truppe soll demnach von derzeit rund 186.000 Soldaten bis Mitte der Dreißigerjahre auf 260.000 Aktive anwachsen. Im gleichen Zeitraum ist ein paralleler Aufwuchs der Reserve von derzeit rund 70.000 Reservisten auf dann mindestens 200.000 Personen vorgesehen.
Brennpunkte
Bundeswehr soll neu ausgerichtet werden
- dts - 22. April 2026, 09:46 Uhr
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