Wirtschaft

Bahn fürchtet Probleme für Regionalverkehr wegen Italo-Konkurrenz

  • dts - 4. Juni 2026, 14:21 Uhr
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Regionalzug der Deutschen Bahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Bahn warnt vor möglichen Beeinträchtigungen im Regionalverkehr wegen neuer Fernzug-Konkurrenz. "Bahnknoten wie München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt sind schon jetzt massiv überlastet", sagte Harmen van Zijderveld, Regio-Vorstand der Deutschen Bahn, dem "Politico" am Donnerstag.

Das italienische Bahnunternehmen Italo will die Deutsche Bahn künftig auf deren Heimatmarkt herausfordern. Der Konzern hatte angekündigt, ab 2028 zwischen München, Frankfurt, Köln und Dortmund im Stundentakt sowie zwischen München, Berlin und Hamburg alle zwei Stunden fahren zu wollen.

"Aufgrund bestehender Vorrangregeln würde zusätzlicher Fernverkehr dazu führen, dass der Regionalverkehr ausgedünnt werden muss. Oder dass es zu mehr Verspätungen und verpassten Anschlüssen kommt", sagte van Zijderveld weiter. Mehr Wettbewerb im Fernverkehr mit der Brechstange werde dazu führen, dass Millionen Pendler darunter litten.

Die Deutsche Bahn hat im Fernverkehr bislang einen Marktanteil von rund 95 Prozent. Noch in diesem Monat wird eine Grundsatzentscheidung der Bundesnetzagentur zu einem möglichen Markteintritt von Italo erwartet.

Van Zijderveld sagte, die Bahn halte im Regionalverkehr täglich fast fünf Millionen Menschen mobil. Diese seien in ihrem Alltag auf das bestehende Angebot angewiesen. "Das sollten die Verantwortlichen nicht aus dem Blick verlieren".

Das Bahnvorstandsmitglied warnte vor einer überstürzten Zulassung neuer Anbieter. "Wir sind nicht gegen Wettbewerb", sagte van Zijderveld. "Aber wir brauchen einen geordneten Übergang, um zu verhindern, dass am Ende Millionen Pendler in die Röhre schauen." Nahverkehr sei Daseinsvorsorge.

Die Bahn will mindestens fünf Jahre Übergangszeit für die Zulassung neuer Konkurrenz im Fernverkehr. "Bis 2031 muss Deutschland ohnehin die EU-Kapazitätsverordnung umsetzen. In diesem Prozess haben wir die Chance, den Verkehr auf der Schiene so neu zu ordnen, dass alle Reisenden profitieren und nicht nur einige wenige."

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