Politik

Tarifabschluss für Ärzte an Universitätskliniken: 5,4 Prozent mehr in zwei Stufen

  • AFP - 10. Juni 2026, 10:15 Uhr
Bild vergrößern: Tarifabschluss für Ärzte an Universitätskliniken: 5,4 Prozent mehr in zwei Stufen
Intensivstation
Bild: AFP

Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken erhalten mehr Geld. Die Gewerkschaft Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder einigten sich auf einen Tarifabschluss. Er sieht eine Gehaltserhöhung um insgesamt 5,4 Prozent vor.

Ärztinnen und Ärzte an deutschen Universitätskliniken erhalten mehr Geld. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder einigten sich nach Angaben vom Mittwoch auf einen Tarifabschluss. Er sieht eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten um insgesamt 5,4 Prozent vor, hat eine Laufzeit von 28 Monaten und gilt bis zum 31. Juli 2028.

Die Einigung erfolgte am Dienstag in der dritten Verhandlungsrunde. Den Angaben zufolge steigen die Gehälter der im Bereich der sogenannten TV-Ärzte tätigen Mediziner an Universitätskrankenhäusern zunächst rückwirkend zum 1. April um 2,95 Prozent, zum 1. September 2027 folgt eine zweite Gehaltserhöhung um 2,45 Prozent. Außerdem verpflichteten sich die Arbeitgeber, ab Juni 2027 mit dem Marburger Bund über eine strukturelle Weiterentwicklung des Gesamttarifrechts zu verhandeln.

Nach Angaben des Marburger Bunds gilt die Einigung für etwa 25.000 Ärzte an landeseigenen Universitätskliniken, für welche die TV-Ärzte gilt. Die Universitätskliniken in Hessen sowie in den Städten Berlin, Hamburg und Mainz gehören demnach nicht dazu. Dort gelten abweichende Regelungen. Der Tarifabschluss steht noch unter dem Vorbehalt einer abschließenden Zustimmung der Gremien beider Seiten, es gilt eine Frist bis 6. Juli.

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) sprach als Verhandlungsführerin der Ländertarifgemeinschaft von einem "guten Kompromiss". Er gebe den Universitätskliniken "in wirtschaftlich unsicheren und schwierigen Zeiten Planungssicherheit, erklärte sie.

Nach Angaben des zweiten Vorsitzenden des Marburger Bunds, Andreas Botzlar, war aus Gewerkschaftssicht eine Einigung auf eine spürbare erste Erhöhung zu Beginn der Laufzeit "entscheidend". Ansonsten hätten die Ärztinnen und Ärzte die spätere hohe Gehaltssteigerung letztlich durch anfänglichen Verzicht letztlich selbst bezahlt, teilte er mit.

Weitere Meldungen

Linnemann zu Treffen mit Sozialpartnern: Am Ende muss die Politik entscheiden

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat Gewerkschaften und Arbeitgeber vor dem Treffen im Kanzleramt auf schwierige Entscheidungen in den kommenden Wochen eingestimmt.

Mehr
US-Behörde: Sperranlage an der Grenze zu Mexiko wird Ende 2027 fertiggestellt

Der von den Vereinigten Staaten in Teilen bereits errichtete massive Zaun an der Grenze zu Mexiko dürfte nach Angaben der US-Behörden Ende des kommenden Jahres fertiggestellt

Mehr
Grüne: Wort "Reform" hat Potenzial zum Unwort des Jahres

Die Grünen haben die von der Regierung angestoßenen Reformen als unzureichend kritisiert - insbesondere die Pläne zur Pflege. Was aus dem Gesundheitsministerium komme, sei

Mehr

Top Meldungen

Kubicki hat keine Erwartungen an Reform-Gipfel im Kanzleramt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor dem Reform-Gipfel am Mittwochabend im Kanzleramt hat der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki die Erwartungen an mögliche Ergebnisse

Mehr
EU und ESA-Staaten vereinbaren modernisiertes Wirtschaftsabkommen

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Union und vier Staaten aus Ost- und Südafrika - die Komoren, Madagaskar, Mauritius und die Seychellen - haben die

Mehr
Studie: Israel verschleiert Herkunft von Siedlungsprodukten

Jerusalem (dts Nachrichtenagentur) - Israelische Produzenten verschleiern offenbar systematisch die Herkunft von Agrarerzeugnissen, die aus Siedlungen in den besetzten

Mehr