Der Gesundheitsexperte Martin Herrmann sieht Deutschland nicht ausreichend auf Extremhitze vorbereitet. "Zwar hat die Bewusstheit über die Gefährlichkeit von Hitze in der Bevölkerung deutlich zugenommen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) der Nachrichtenagentur AFP. "Gleichzeitig ist Deutschland nach wir vor für einen Katastrophenfall durch Hitze schlecht oder nicht vorbereitet."
Studien hätten gezeigt, dass bei einem extremen Hitzedom-Szenario in Deutschland mehrere Zehntausend Todesfälle möglich seien. Herrmann fordert daher, Hitzeschutz "ähnlich wie beim Hochwasser" verbindlich als Bestandteil der Katastrophen- und Krisenvorsorge zu verankern. Als Hitzedom wird ein Wetterphänomen beschrieben, bei dem die Hitze wie unter einer riesigen Kuppel oft über Tage gefangen ist und nicht entweichen kann.Â
"Hitze ist eher ein stilles Sterben, macht keine starken Bilder, obwohl wir massive Schädigungen haben", sagte der Experte. Auch wenn das Verständnis für den Hitzeschutz gestiegen sei, so fehle "die konsistente Umsetzung und Investition" von und in Schutzmaßnahmen von der Stadtentwicklung über die Begrünung bis hin zu gekühlten Räumen in Pflegeheimen und Schulen.
"Wenn wir eine Extremhitze haben, dann können manchen Pflegeheime zur Hitzefalle werden, die man evakuieren muss", warnte Herrmann. Dafür gebe es keine größeren gekühlten Liegenschaften, wo die Menschen unterkommen könnten. Bisher hätten nur wenige Landkreise in Deutschland solch einen Katastrophenfall durchgespielt.
Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit ist ein 2017 gegründetes Netzwerk aus Organisationen, Verbänden und Experten aus dem Gesundheitsbereich. Der Verein macht auf die weitreichenden Folgen des Klimawandels für die Gesundheit aufmerksam.
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Experte: "Deutschland ist auf solche Extremhitze nicht vorbereitet"
- AFP - 21. Juni 2026, 05:00 Uhr
Der Gesundheitsexperte Martin Herrmann sieht Deutschland nicht ausreichend auf Extremhitze vorbereitet. Er fordert, Hitzeschutz 'ähnlich wie beim Hochwasser' verbindlich als Bestandteil der Katastrophen- und Krisenvorsorge zu verankern.
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