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Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte warnt vor zunehmendem Judenhass

  • AFP - 13. Juli 2026, 10:54 Uhr
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Männer mit Kippa in Synagoge in Berlin
Bild: AFP

Angesichts steigender Zahlen antisemitischer Straftaten und Vorfälle hat die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte, Sylvia Löhrmann (Grüne), vor zunehmendem Judenhass gewarnt. Judenhass dürfe 'nicht zur Normalität werden', mahnte sie.

Angesichts steigender Zahlen antisemitischer Straftaten und Vorfälle hat die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte, Sylvia Löhrmann (Grüne), vor zunehmendem Judenhass gewarnt. "Die erneut gestiegenen Zahlen antisemitischer Straftaten und Vorfälle in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen erfüllen mich mit großer Sorge", erklärte Löhrmann am Montag zur Veröffentlichung ihres Jahresberichts. "Judenhass darf nicht zur Normalität werden", mahnte sie.

Im Jahr 2025 wurden laut Statistik der politisch motivierten Kriminalität insgesamt 786 antisemitische Straftaten erfasst. Das waren 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus verzeichnete mit 1102 antisemitischen Vorfällen einen Höchststand - ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An den Hochschulen wurden 85 antisemitische Vorfälle dokumentiert, nach 79 im Vorjahr.

"Hinter jeder einzelnen Zahl steht eine konkrete Tat gegenüber einem Menschen, einer jüdischen Institution oder einer Gedenkstätte", erklärte Löhrmann. "Das sind Angriffe auf Jüdinnen und Juden - und zugleich Angriffe auf die Grundwerte unserer Demokratie." Die Gesellschaft dürfe sich nicht an diese Lage gewöhnen, ergänzte Löhrmann.

Antisemitismus sei dabei nicht auf ein einzelnes Milieu beschränkt, sondern finde sich in unterschiedlichen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Rechtsextreme, linksextreme, islamistische, religiöse bis in die Mitte der Gesellschaft hineinwirkende antisemitische Einstellungen müssten gleichermaßen benannt und bekämpft werden, hieß es weiter.

In ihrem Bericht forderte Löhrmann unter anderem einen Ausbau der Präventionsarbeit, mehr Bildung über Antisemitismus sowie eine stärkere Sensibilisierung von Lehrkräften, Behörden und Polizei. Zugleich sprach sie sich dafür aus, jüdisches Leben nicht nur im Zusammenhang mit Antisemitismus und der Schoa sichtbar zu machen, sondern als selbstverständlichen "Teil unserer Gesellschaft".

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