Wirtschaft

Dieselgate: Renault muss sich in Frankreich wegen Betrugs vor Gericht verantworten

  • AFP - 27. Juli 2026, 21:08 Uhr
Bild vergrößern: Dieselgate: Renault muss sich in Frankreich wegen Betrugs vor Gericht verantworten
Logo von Renault
Bild: AFP

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal muss sich der französische Autohersteller Renault in Frankreich wegen mutmaßlichen Betrugs vor Gericht verantworten. Die erste Anhörung in dem Fall ist für April 2027 angesetzt. Renault weist die Betrugsvorwürfe zurück.

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal muss sich der französische Autohersteller Renault in Frankreich wegen mutmaßlichen Betrugs vor Gericht verantworten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Vorrichtungen in seinen Dieselfahrzeugen eingebaut zu haben, die zur Umgehung von Abgasvorschriften dienten, wie die Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die erste Anhörung in dem Fall ist für April 2027 angesetzt. Renault weist die Vorwürfe zurück.

Es handelt sich um den zweiten bekannten Fall im Zusammenhang mit dem Dieselgate-Skandal in Frankreich, wo die französischen Untersuchungsrichter bereits ein Verfahren gegen den deutschen Autohersteller Volkswagen anordneten. Ein Untersuchungsrichter prüft derzeit noch einen ähnlichen Antrag der Staatsanwaltschaft, auch einen Prozess gegen Peugeot-Citroën und Fiat Chrysler - inzwischen zusammengeschlossen zum Stellantis-Konzern - einzuleiten.

Der Dieselskandal war im September 2015 bekannt geworden. Volkswagen räumte damals ein, bei den Dieselmotoren von elf Millionen Autos der Marken Volkswagen, Seat, Audi und Skoda eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid zwar auf dem Prüfstand senkte, nicht aber im Straßenverkehr.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren zwischen 2009 und 2017 verkaufte Renault-Autos mit ebensolchen Vorrichtungen ausgestattet. Diese trügen zu einer höheren Luftverschmutzung durch Stickoxide bei, die im Verdacht stehen, "die Entstehung von Atemwegserkrankungen beim Menschen zu begünstigen", hieß es in den von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Unterlagen.

Der Skandal hatte damals die weltweite Autoindustrie erschüttert. In zahlreichen Ländern wurden rechtliche Schritte eingeleitet, darunter in Großbritannien, Frankreich, Südkorea und den USA. Volkswagen zahlte insgesamt im Zuge des Skandals mehr als 32 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen, insbesondere in den USA.

In Großbritannien hatte die Justiz kürzlich in einem Prozess gegen eine Reihe von Autobauern im Zusammenhang mit dem Dieselgate-Skandal größtenteils zugunsten der Unternehmen entschieden. Angeklagt waren Mercedes, Ford, Peugeot-Citroën, Renault und Nissan.

Darauf verwies Renault nun auch bei dem anstehenden Verfahren in Frankreich. Das Unternehmen bestritt "nachdrücklich, sich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht zu haben".

Weitere Meldungen

Nach KI-Hackerangriff: Mehr als 30 US-Techfirmen gründen Sicherheitsallianz

Nach dem ersten bekannt gewordenen eigenständigen Hackerangriff Künstlicher Intelligenz (KI) haben mehr als 30 US-Technologieunternehmen eine Sicherheitsallianz gegründet. Dem

Mehr
China-Geschäft bricht weiter ein - Audi senkt Umsatzprognose

Vor dem Hintergrund weiter einbrechender Verkäufe in China hat der Autobauer Audi seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Gerechnet wird nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro - fünf

Mehr
Neuer Verkehrsminister: Bilger soll Investitionen in Infrastruktur vorantreiben

Die Erwartungen sind groß: Der künftige Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) soll dafür sorgen, "dass wir schneller und besser werden beim Thema Aufbruch in

Mehr

Top Meldungen

Porsche baut 5000 Stellen ab - Audi senkt Umsatzprognose für 2026

Die Krise bei Volkswagen macht auch vor den Premiumtöchtern nicht Halt: Der Sportwagenhersteller Porsche kündigte am Montag 5000 Stellenstreichungen an, Audi senkte seine

Mehr
Porsche baut in Region Stuttgart weitere 5.000 Stellen ab

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Der Sportwagenbauer Porsche will in der Region Stuttgart weitere 5.000 Stellen abbauen. Die Maßnahme sei Teil eines sogenannten

Mehr
Geschäftsklima im Juli weiter verbessert - Analysten: Enwicklung unsicher

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert - Experten halten die Datenlage allerdings bereits wieder für überholt. Der

Mehr