Lifestyle

Dr. Motte kritisiert Alkohol in der Clubkultur

  • dts - 7. August 2026, 06:19 Uhr
Bild vergrößern: Dr. Motte kritisiert Alkohol in der Clubkultur
Ein Mann hält ein alkoholisches Getränk hoch (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Loveparade-Mitgründer Dr. Motte hat den Einfluss von Alkohol in der Gesellschaft sowie in der Clubkultur scharf verurteilt. "Alkohol ist eine der stärksten Drogen auf diesem Planeten", sagte Matthias Roeingh, so der bürgerliche Name des DJs, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). Er mache Menschen unkontrolliert, unbeherrscht und zerstöre die Gesellschaft. Technokultur sei nicht Alkohol, führte der Mitinitiator der Bewegung aus.

Clubs müssten Schutzräume sein, in die betrunkene Menschen nicht hineinpassten. Ein Verbot lehnt der DJ allerdings ab. "Ein Verbot ist leider unmöglich, deshalb setze ich auf Aufklärung", sagte er. Man müsste Warnhinweise anbringen, aber das bringe ja schon bei Zigaretten nichts. Mit dem Alkohol sei es noch schwerer, weil er gesellschaftlich so tief etabliert sei. Er sei überall, man finde quasi an jeder Straßenecke Drogenhändler. Da die Abbauprodukte von Alkohol krebserregend seien und im Körper blieben, könne man nur sagen: Alkohol sei absolut nichts Gutes.

Auf die Frage nach der harten Türpolitik von Clubs wie dem Berghain sagte Dr. Motte, es gebe zwei Seiten. Einerseits sei Techno für alle da. Andererseits müssten Clubs sichere Schutzräume für Menschen sein, die dort Dinge tun, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. In diesen Raum passe eine Gruppe absolut nicht: betrunkene Leute.

In der Politik fehle oft noch jedes Verständnis für den Wert der Technokultur, kritisierte Dr. Motte. Dabei zeigten Studien, dass Clubkultur in Berlin der wichtigste und in Deutschland der zweitwichtigste Wirtschaftsfaktor sei. Wenn der Staat einen Euro investiere, bekomme er mindestens 3,50 Euro an Steuern zurück. Seit März 2024 ist Technokultur in Berlin immaterielles Unesco-Kulturerbe. Jetzt müssten Taten folgen. Man brauche Anpassungen im Gewerbe-, Bau- und Lärmschutzrecht, damit diese Kultur weitergeführt werden könne. Stattdessen bedrohten Investoren das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain, auf dem es viele Clubs und soziokulturelle Projekte gibt, und die Politik baue die A100 weiter, was 16 Kulturorte verdränge. Das sei reine Steuerverschwendung.

Weitere Meldungen

Hallervorden: Auch Grün könnte zur Option werden

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Komiker Dieter Hallervorden, der den sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) im Landtagswahlkampf unterstützt, hat

Mehr
Sozialorganisationen warnen vor Hitzegefahren für Obdachlose

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der Extremhitze in diesem Sommer hat die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe vor lebensgefährlichen Folgen für

Mehr
Französische Sängerin Vanessa Paradis gibt Trennung von Regisseur Benchetrit bekannt

Die französische Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis und der Regisseur und Schriftsteller Samuel Benchetrit haben sich nach fast zehn Jahren Beziehung getrennt. Die

Mehr

Top Meldungen

Bund stockt "KI-Gigafactory"-Förderung auf eine Milliarde Euro auf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung hat die Finanzierung für eine sogenannte "KI-Gigafactory" um rund 200 Millionen Euro auf insgesamt eine Milliarde Euro

Mehr
Kommunen wollen nationalen Kraftakt für Wasserversorgung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat angesichts zunehmender Hitze einen "nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung und die

Mehr
Bericht: Siemens schafft hunderte Chef-Titel ab

Berlin/München (dts Nachrichtenagentur) - Der Siemens-Konzern schafft im Rahmen seines "One Tech Company"-Programms offenbar hunderte Chef-Titel ab. CEO Roland Busch und der

Mehr