Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm fordert nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt von der Bundesregierung das Festhalten an den Sozialreformen. Das Ausbleiben "wirksamer Reformen" treibe immer mehr politisch erreichbare Wähler zur AfD, sagte Grimm der "Rheinischen Post".
Für eine signifikante Gruppe an Wählern entstehe der Eindruck, dass die "demokratische Mitte" die "notwendigen Reformen" dauerhaft nicht mehr zustande bringe. Die "größte Gefahr für die politische Mitte" bestehe nicht darin, "zu viele Reformen zu wagen", sondern darin, "notwendige Reformen aus Angst vor Stimmenverlusten immer weiter aufzuschieben".
Die Wirtschaftsweise rät: "Die politisch erreichbaren AfD-Wähler gewinnt man nicht durch Warnungen vor der AfD zurück, sondern nur durch glaubwürdige Problemlösungen." Grimm fordert, dass Unternehmer und Persönlichkeiten aus der Wirtschaft ihren Einfluss stärker nutzen sollten, um "von den demokratischen Parteien konsequente Strukturreformen einzufordern".
Grimms Analyse zufolge setzt ein Teil der Wähler nicht auf die AfD, weil er ihrer Wirtschaftspolitik vertraut. "Er setzt auf Disruption, weil er der politischen Mitte keine Reformfähigkeit mehr zutraut. Das ist eine riskante Wette mit offenem Ausgang."
Wirtschaft
Grimm: Ausbleiben von Reformen treibt Wähler zur AfD
- dts - 8. September 2026
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