Politik

AfD-Politiker würdigt Putin als "geschätzten Präsidenten" - Pistorius sieht "Verrat"

  • AFP - 9. September 2026, 16:28 Uhr
Bild vergrößern: AfD-Politiker würdigt Putin als geschätzten Präsidenten - Pistorius sieht Verrat
AfD-Fraktion im Bundestag
Bild: AFP

Mit rhetorischer Wertschätzung für den russischen Präsidenten Putin hat die AfD im Bundestag empörten Widerspruch provoziert. Verteidigungsminister Pistorius kritisierte die Äußerungen als 'verräterisch'.

Mit rhetorischer Wertschätzung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin hat die AfD im Bundestag empörten Widerspruch provoziert. In einer Rede zum Etat des Auswärtigen Amts bezeichnete der AfD-Abgeordnete Jürgen Koegel den Kreml-Chef am Mittwoch als "geschätzten Präsidenten Wladimir Putin", von dem keine Kriegsgefahr für die Nato ausgehe. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwiderte in Richtung AfD-Fraktion: "Ihre Verbindungen nach Moskau sind buchstäblich verräterisch - verräterisch in jeder Beziehung."

Russland führe Krieg gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und stelle eine "Bedrohung" für Deutschland und Europa dar, sagte der Minister. "Diese Gefahr ist konkret, sie ist ernst und sie ist akut", fügte Pistorius hinzu. "Und die Einzigen, die das bestreiten, die im Gegenteil sogar vom 'geschätzten Präsidenten Putin' sprechen, die ihn als einen Freund bezeichnen, die aus der Nato raus wollen und damit unser aller Sicherheit und das Leben vieler Menschen aufs Spiel setzen würden - das ist die AfD", sagte der Minister. "Sie sollten sich schämen", fügte er in Richtung AfD hinzu.

Auch der CDU-Abgeordnete Jens Spahn ging mit den AfD-Äußerungen scharf ins Gericht. "Mit dem, was Sie hier tun und wie Sie hier reden - 'geschätzter Präsident Putin' - sind Sie am Ende Putins Vasallen", sagte Spahn. "Das ist Verrat am Vaterland und nichts anderes." Putin sei ein Mann, "dessen Soldaten jeden Tag in der Ukraine vergewaltigen, Kinder verschleppen und brandschatzen", sagte Spahn. Der Kreml-Chef sei auch "der Mann, der Morde in Deutschland veranlasst und Anschläge gegen Deutschland".

Die Äußerungen des AfD-Abgeordneten Koegel seien unverständlich, sagte Spahn. "Ich weiß nicht, was das da ist bei Ihnen im Kopf", sagte er. Durch den Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt sei die AfD "offensichtlich ganz beseelt vom Übermut", mutmaßte Spahn. Dabei lasse sie "in diesem Übermut ihre Maske ziemlich fallen".

Koegel hatte der Bundesregierung vorgeworfen, sich durch hohe Rüstungsausgaben auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Er verwies auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach Russland keinen Krieg gegen die Nato plane. "Selbst wenn es sicherheitspolitische Bedenken gegen Russland geben sollte, ist das kein Grund für einen Krieg gegen die Atommacht Russland."

Weitere Meldungen

Bericht: Länder rüsten sich für Abwehr von Drohnen

Abfangtechnik, Abwehrzentren und mehr Personal: Die Länder investieren einem Bericht zufolge Millionen in den Aufbau und die Ausstattung neuer Einheiten zum Schutz vor Drohnen.

Mehr
Frankreich droht TV-Sender wegen russischer Journalistin mit Verfahren

In Frankreich geht der Streit um den Einfluss der russischen Journalistin Xenia Fedorova weiter: Die Regierung drohte dem rechtsgerichteten TV-Sender CNews mit einem

Mehr
SPD-Vize Schweitzer: Merz ist mit seiner Art keine Hilfe für Bundesregierung

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Alexander Schweitzer hat deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geübt. "Die SPD ist koalitionstreu. Aber wir müssen

Mehr

Top Meldungen

CO2-Grenzausgleich: Umweltbundesamt soll 40 neue Stellen erhalten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Umweltbundesamt (UBA) soll im Bundeshaushalt 2027 insgesamt 40 neue Stellen erhalten. Das berichtet der Newsletter "Energie und Klima" des

Mehr
EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erhöht. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in

Mehr
Berger-Studie bescheinigt Europas Wirtschaft gute Zukunft

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Unternehmensberatung Roland Berger räumt Europa Chancen ein, in relevanten Wachstumsbranchen eine führende Position behaupten oder

Mehr