Nach dem rassistischen Anschlag nahe Paris, bei dem ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt wurden, haben etwa 100 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport gegen Rassismus protestiert. "Wir wussten, dass die Worte des Hasses erneut mit Töten enden würden", steht über dem am Dienstag von dem Magazin "Politis" veröffentlichten Aufruf. Zu den Unterzeichnern zählen der Schauspieler Omar Sy, der Filmemacher Michel Hazanavicius, der ehemalige Fußballstar Lilian Thuram und zahlreiche Rapper. Die Unterzeichner wandten sich gegen "Gleichgültigkeit" und forderten eine Schweigeminute in der Nationalversammlung für den Getöteten.
Der 39 Jahre alte Angreifer Kevin T. hatte am Freitag in den Pariser Vorstädten Trappes und La Verrière aus seinem Auto heraus mehrfach mit einer Maschinenpistole auf Menschen geschossen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem "rassistischen Terroranschlag". Ein 26 Jahre alter Schwarzer wurde getötet. Die fünf Verletzten, unter ihnen ein zwölf Jahre altes Mädchen, hatten alle afrikanische oder maghrebinische Wurzeln. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung".
"Pengo Bossio Wangi, ein 26 Jahre alter schwarzer Mann, ist durch Rassismus getötet worden. Er wurde nicht zufällig ins Visier genommen", heißt es in der Erklärung. "Wir weigern uns, Zielscheiben zu sein", heißt es weiter. Die Unterzeichner prangerten zudem die "rassistischen, islamfeindlichen, schwarzenfeindlichen und antisemitischen Wurzeln der extremen Rechten" an. "Rassismus macht Menschen taub und entmenschlicht", betonen sie.
Die Unterzeichner kritisieren zudem die Berichterstattung über die Randalierer und Plünderer am Rand von Demonstrationen an beiden vorigen Wochenenden. "Viele Kommentatoren meinten, trotz der Helme, Masken und Handschuhe Jugendliche aus den Vorstädten zu erkennen - ein Ausdruck, den man nicht mehr übersetzen muss, weil jeder versteht, dass damit Schwarze und Araber gemeint sind", betonen sie. "Das Fieber, das seit dem 17. Oktober die Fernsehstudios und die politische Klasse erfasst hat, ließ das Drama erahnen: Es brauchte nicht mehr als sechs Tage", fügten sie mit Blick auf den mutmaßlich rassistischen Anschlag hinzu.
Der französische Angreifer Kevin T. wurde nach ersten Erkenntnissen wegen Schizophrenie behandelt und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestreitet er nicht die Tat, aber deren mutmaßlich rassistischen Hintergrund. Nach einer vorübergehenden Einweisung in die Psychiatrie wurde er erneut in Polizeigewahrsam genommen. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurde ein Exemplar des Buches "Mein Kampf" von Adolf Hitler gefunden.
Brennpunkte
Anschlag bei Paris: Prominente protestieren gegen Rassismus in Frankreich
- AFP - 27. Oktober 2026, 13:25 Uhr
Nach dem rassistischen Anschlag nahe Paris, bei dem ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt wurden, haben rund 100 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport gegen Rassismus protestiert.
Weitere Meldungen
Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission will die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex) stärken. Ziel sei ein Ausbau der Kapazitäten zum
MehrEin Sprengkopf aus dem Zweiten Weltkrieg hat den Zugverkehr auf der Hauptstrecke zwischen Hamburg und Berlin am Dienstag zweitweise lahmgelegt. Nach Polizeiangaben wurde der
MehrEin Mann hat in Lübeck einen Bootssteg mit einer Brücke verwechselt und musste daraufhin von der Polizei aus einem Kanal gefischt werden. Der 29-Jährige wurde in ein
MehrTop Meldungen
Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU und Kanada wollen ihre Beziehungen bei einem Gipfeltreffen am 29. und 30. Oktober in Montreal auf eine neue Stufe heben. Von einer
MehrPeine (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat die Gebiete für ein mögliches Atommüll-Endlager deutlich eingegrenzt. Wie die BGE am Dienstag
MehrIngolstadt (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte über den Auftritt von Audi-Vorstandschef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump
Mehr














