Brennpunkte

Observation von deutschem Maddie-Verdächtigem erneut nicht verlängert

  • AFP - 29. Oktober 2026, 15:39 Uhr
Bild vergrößern: Observation von deutschem Maddie-Verdächtigem erneut nicht verlängert
B. 2024 vor Gericht in Braunschweig
Bild: AFP

Erneut ist ein für den deutschen Verdächtigen im Fall des 2007 verschwundenen britischen Mädchens Madeleine 'Maddie' geltender gerichtlicher Observationsbeschluss zunächst nicht verlängert worden. Die Polizei Kiel legte dagegen schon Beschwerde ein.

Erneut ist ein für den deutschen Verdächtigen im Fall des 2007 verschwundenen britischen Mädchens Madeleine "Maddie" geltender gerichtlicher Observationsbeschluss zunächst nicht verlängert worden. Wie die Polizei in Kiel am Donnerstag mitteilte, legte sie dagegen bereits Beschwerde beim zuständigen Amtsgericht ein. Weiter teilten die Beamten mit, sie erfüllten trotzdem weiterhin ihre "Aufgaben zur Gefahrenabwehr und zur Strafverfolgung".

Bereits vor im Juni hatte ein Gericht eine Verlängerung der polizeilichen Observation für Christian B. abgelehnt. Dagegen hatte die Kieler Polizei erfolgreich Beschwerde eingelegt, die Maßnahme konnte doch weiterlaufen.

B. wird von der Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Braunschweig als Mordverdächtiger im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen Maddie betrachtet, Anklage erhob sie bislang jedoch nicht. Der unter anderem mehrfach wegen Sexualverbrechen vorbestrafte B. verbrachte viele Jahre seines Lebens im Gefängnis. Zuletzt verbüßte er bis September 2025 eine siebenjährige Haftstrafe wegen einer Vergewaltigung in Portugal. Er ist seitdem in Freiheit, er lebt in einer städtischen Unterkunft in Kiel.

Laut Einschätzung eines Gerichtsgutachters besteht bei B. eine große Gefahr für weitere Straftaten. Es gibt aktuell aber keine Grundlage für freiheitsentziehende Maßnahmen. Im Rahmen der Führungsaufsicht wurden ihm aber Weisungen erteilt. Unter anderem muss er eine elektronische Fußfessel zur Positionsbestimmung tragen. Dazu kommt eine Observation durch die Polizei. Sie gehört nicht zur Führungsaufsicht, sondern zur Gefahrenabwehr.

Die dreijährige Maddie war im Mai 2007 aus einer Ferienwohnung in Praia da Luz in Portugal verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant aßen. Seither fehlt von dem kleinen Mädchen jede Spur, der Kriminalfall sorgt seit jeher für großes internationales Medieninteresse. Nach Angaben deutscher Ermittlungsbehörden lebte B. früher zeitweise in Portugal.

Weitere Meldungen

Nachermittlungen zu Kreditkartenbetrug: Neun Menschen aus Untersuchungshaft entlassen

In einem Fall von großangelegtem Betrug mit Kreditkartendaten mit dreistelligem Millionenschaden in Rheinland-Pfalz sind alle neun Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen

Mehr
Gysi verteidigt Eralp und kritisiert Spiegel-Bericht

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, verteidigt die Berliner Spitzenkandidatin Elif Eralp nach der Veröffentlichung

Mehr
Ex-Grünen-Chefin Lang räumen Fehler in der Migrationsdebatte ein

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hat ihrer Partei Versäumnisse in der Migrationsdebatte attestiert. "Ich finde, wir haben schon

Mehr

Top Meldungen

EZB rührt Leitzinsen nicht an

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt ihre Leitzinsen unverändert. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung

Mehr
US-Wirtschaft zieht im dritten Quartal um 3,4 Prozent an

Die US-Wirtschaft ist zwischen Juli und September deutlich stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal um 3,4 Prozent auf das

Mehr
Merz dankt Lagarde für "souveräne" Führung der EZB

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der scheidenden EZB-Präsidentin Christine Lagarde für ihre Amtsführung gedankt. "Christine Lagarde hat

Mehr