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Randale in Frankreich: Parteien suchen Zeugen von Gewalttaten

  • AFP - 3. November 2026, 16:12 Uhr
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Polizisten mit Einsatzwaffen in Toulouse
Bild: AFP

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Zweieinhalb Wochen nach dem schlimmsten Randale-Wochenende der jüngeren Geschichte in Frankreich haben zwei Parteien Zeugenaufrufe zu Gewalttaten und möglicher Polizeigewalt gestartet. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI, Unbeugsames Frankreich) veröffentlichte am Dienstag ein entsprechendes Formular auf ihrer Website, wo Fotos und Videos hochgeladen werden können. Ziel sei es, "Versäumnisse des Staates zu dokumentieren", hieß es dazu. Die Grünen appellierten ihrerseits an Demonstranten, Geschäftsleute, aber auch an Sicherheitskräfte, auf einer entsprechenden Website ihre Erlebnisse zu schildern, "um zur Wahrheit beizutragen".

Zugleich nahm eine parlamentarische Untersuchungskommission ihre Arbeit auf, die zunächst Innenminister Laurent Nuñez anhören wollte. An mehreren Wochenenden hintereinander war es am Rand von Protesten gegen Missstände an Schulen und Universitäten und gegen hohe Preise zu massiven Ausschreitungen gekommen. Die Sicherheitskräfte gerieten in die Kritik, weil mehrere junge Menschen schwer verletzt wurden. Zudem kam es zu einem bislang nicht gekannten Ausmaß an Sachbeschädigungen und Plünderungen. 

Allein am 17. Oktober setzten die Sicherheitskräfte nach Recherchen der Zeitung "Le Monde" mehreren zehntausend Polizeigranaten ein. Einem 17-Jährigen wurde durch die Explosion einer Granate die Hand abgerissen. Seit Beginn der Proteste befasst sich die Polizeiinspektion mit mehr als 80 Fällen mutmaßlich illegaler Gewalt von Polizisten, darunter auch Schläge mit Schlagstöcken. Die Sicherheitskräfte verzeichneten ihrerseits hohe Zahlen an Verletzten, insbesondere durch Angriffe mit Böllern, Wurfgeschossen und Molotow-Cocktails. 

Die seit Mitte September andauernden Schülerproteste hatten sich auf weitere gesellschaftliche Gruppen ausgeweitet. Im Zuge der Ausschreitungen seit Mitte Oktober wurden nach offiziellen Angaben knapp 5000 Menschen festgenommen, davon 30 Prozent Minderjährige. Etwa 330 Menschen wurden inhaftiert, sei es in Untersuchungshaft oder nach Urteilen in Schnellverfahren. 

Die Verurteilten sind zu 95 Prozent männlich, zu zwei Dritteln zwischen 18 und 25 Jahre alt und zu 70 Prozent Franzosen. Etwa die Hälfte war zuvor nicht strafrechtlich verfolgt gewesen.

Für Donnerstag werden weitere Demonstrationen und Protestaktionen erwartet. 

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