Die kubanische Journalistin Yoani Sánchez hat nach ihrer vorübergehenden Festnahme die "Drohungen" und den "Druck" der Polizei gegen sie angeprangert. "Sie wollen, dass ich schweige, sie wollen, dass ich verschwinde", sagte sie am Freitag in Onlinenetzwerken. Sánchez war am Donnerstagmorgen mitten auf der Straße in der Hauptstadt Havanna festgenommen und am Abend wieder freigelassen worden. Auch die Oppositionelle Berta Soler war für mehrere Stunden festgenommen worden.
Sánchez sagte in einer auf Youtube veröffentlichten Videobotschaft, drei Menschen in Zivil von der Staatssicherheit, die sich nicht ausgewiesen hätten, hätten sie festgenommen. Anschließend sei sie auf eine Polizeiwache im Stadtteil Cerro in Havanna gebracht worden.
Die Journalistin sagte, ihr seien mehrere Punkte zur Last gelegt worden, darunter "Propaganda gegen die verfassungsmäßige Ordnung". "Sie wollen, dass ich mein Mikrofon ausschalte, aber ich werde es nicht ausschalten", fuhr sie fort. Sánchez sagte, sie wolle bereits am Freitag ihre Arbeit als Journalistin fortsetzen und berichten, "was ich in diesem Verlies gesehen habe".
Sánchez hatte 2014 das regierungskritische Onlinemedium "14ymedio" gegründet und leitet es seither. Wie andere unabhängige Journalisten in Kuba wird sie nach eigenen Angaben immer wieder von der Polizei schikaniert. So hindern die Behörden Reporter daran, ihre Wohnungen zu verlassen, um über bestimmte Ereignisse zu berichten.
Im Jahr 2008 erhielt Sánchez den renommierten spanischen Ortega-y-Gasset-Journalistenpreis. Im selben Jahr nahm das US-Magazin "Time" sie in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt auf.
Nach einem Mediengesetz von 2023 sind in Kuba nur staatliche Medien zugelassen, die von der Kommunistischen Partei kontrolliert werden. Trotzdem entstanden in den vergangenen Jahren mehrere unabhängige Onlinemedien, auf die Menschen in Kuba nur über virtuelle private Netzwerke (VPN) zugreifen können.
Politik
Kubanische Journalistin Sánchez nach vorübergehender Festnahme: "Sie wollen, dass ich schweige"
- AFP - 6. November 2026, 16:36 Uhr
Die kubanische Journalistin Yoani Sánchez hat nach ihrer vorübergehenden Festnahme die 'Drohungen' und den 'Druck' der Polizei gegen sie angeprangert.
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