Nach dem Schusswaffenangriff in einer Kleinstadt in Kanada mit acht Toten untersucht die Polizei mögliche psychische Probleme der Täterin. Die 18-Jährige, die sich nach der Tat selbst das Leben nahm, war der Polizei bekannt, wie der Regierungschef der Provinz British Columbia, David Eby, am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz sagte. Die Polizei sei im Zusammenhang mit psychischen Problemen der Trans-Jugendlichen mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden. Geklärt werden soll nun, ob sie auch medizinisch behandelt wurde.
Die mit einem Gewehr und einer Pistole bewaffnete Schützin hatte am Mittwoch in einer Schule im 2400-Einwohner-Ort Tumbler Ridge am Rand der kanadischen Rocky Mountains sechs Menschen getötet. Bei den Opfern handelt es sich um eine Lehrerin und fünf Schulkinder - drei zwölfjährige Mädchen sowie ein zwölfjähriger und ein 13-jähriger Junge.
In einem nahegelegenen Wohnhaus fand die Polizei nach eigenen Angaben zwei weitere Tote, die Mutter und den elfjährigen Stiefbruder der Täterin. Die Polizei war zu dem Haus ausgerückt, nachdem ein weiteres Familienmitglied, ein Mädchen, Alarm geschlagen hatte. Die Täterin starb den Angaben zufolge an einer sich "selbst zugefügten Schussverletzung".
Ihr Motiv sei noch unklar, sagte der stellvertretende Chef der Polizei in British Columbia, Dwayne McDonald. Die Täterin, die als Junge geboren wurde, hatte sich nach Angaben der Polizei vor sechs Jahren "privat und öffentlich" als Frau identifiziert und vor vier Jahren die Schule abgebrochen. Wie Regierungschef Eby sagte, haben die Ermittler die Gesundheitsbehörden kontaktiert, um zu klären, ob es wegen der psychischen Probleme der jungen Frau "Interaktionen" gab.
Vor einigen Jahren waren im Haus der Familie nach Angaben der Polizei mehrere Waffen beschlagnahmt worden. Auf Antrag des Besitzers seien die Waffen jedoch zurückgegeben worden. Die Schützin habe in der Vergangenheit eine Waffenlizenz besessen, die jedoch 2024 abgelaufen sei. Auf ihren Namen seien keine Waffen registriert gewesen.
Die kanadische Regierung ordnete für eine Woche im ganzen Land Trauerbeflaggung an, alle Schulen in der Umgebung bleiben vorerst geschlossen. In Tumbler Ridge fand am Abend eine Mahnwache statt, an der hunderte Menschen teilnahmen. "Ich begreife es einfach nicht", sagte der Bergmann Emphraim Almazan, der vor drei Jahren in die Kleinstadt gezogen war, in der die meisten Menschen eines der Opfer kennen.
Von den 25 Verletzten, darunter mehrere Schwerverletzte, schwebten am Mittwochabend einige noch in Lebensgefahr, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, das nach Angaben seiner Tante versucht hatte, die Tür der Schulbibliothek zu blockieren, "um die anderen Kinder zu retten".
Schusswaffenangriffe mit vielen Opfern gibt es in Kanada nur selten. Im Jahr 2020 hatte ein Mann bei einem Amoklauf in der östlichen Provinz Nova Scotia 22 Menschen getötet. Statistiken zeigen einen stetigen Anstieg von Gewalttaten mit Schusswaffen in Kanada. 2023 verzeichnete das Land 36,9 solcher Fälle pro 100.000 Einwohner. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zu 2018 und von 55 Prozent im Vergleich zu 2013.
Brennpunkte
Kanadas Polizei untersucht Motiv für tödlichen Schusswaffenangriff
- AFP - 12. Februar 2026, 11:38 Uhr
Nach dem Schusswaffenangriff in einer Kleinstadt in Kanada mit acht Toten untersucht die Polizei mögliche psychische Probleme der 18-jährigen Täterin. Die Polizei war wegen der Probleme der Trans-Jugendlichen mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden.
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