Beirut (dts Nachrichtenagentur) - Die Massenflucht im Libanon infolge der israelischen Angriffe droht das Land nach Einschätzung von Sozialministerin Haneen Sayed zu überfordern. "Das bringt das System an seine Grenzen", sagte Sayed dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" in Beirut. "Kein Land kann eine so massive Belastung verkraften, wenn sich 20 Prozent der Bevölkerung in Bewegung setzen."
Es gebe zudem weiterhin Bombardierungen und Warnungen Israels, bestimmte Gebiete im Libanon zu evakuieren. "Jede Warnung löst eine neue Vertreibungswelle aus."
Nach offiziellen libanesischen Angaben sind mehr als eine Million Menschen infolge der israelischen Angriffe auf der Flucht - etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Zugleich trifft die Eskalation ein ohnehin krisengeschütteltes Land. "Der Krieg hätte für uns zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können", sagte Sayed. Die Wirtschaftskrise dauere an. Internationale Hilfe sei deutlich zurückgegangen. Geberländer vor allem am Golf seien mit eigenen Krisen beschäftigt. "Wir sind dankbar für die Unterstützung, aber sie reicht bei Weitem nicht aus - und niemand weiß, wie lange der Konflikt dauert."
Die Ministerin wandte sich eindringlich gegen die von Israel angedrohte Einrichtung einer Pufferzone im Süden ihres Landes. "Eine erneute Besetzung unseres Territoriums wäre verheerend für den Libanon", sagte sie. "Wir setzen alles daran, dass es nicht dazu kommt." Letztlich hänge vieles vom Ausgang des Krieges Israels und der USA mit dem Iran ab. "Das ist gewissermaßen der übergeordnete Krieg, dessen Teil wir leider sind."
Brennpunkte
Libanon meldet Massenflucht vor israelischen Angriffen
- dts - 27. März 2026, 09:59 Uhr
.
Weitere Meldungen
Der Freispruch des Berliner Satirikers Sebastian Hotz nach hämischen Posts über einen Anschlag auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump im Juli 2024 bleibt
MehrWegen des Verstoßes gegen das Völkerrecht und wegen Mordes hat in Berlin am Freitag ein Prozess gegen einen mutmaßlichen syrischen Milizenführer begonnen. Zu Beginn des
MehrDeutschland erwägt nach Angaben von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) den Kauf von Kampfdrohnen aus australischer Produktion. Bei einer Inspektion der "Ghost
MehrTop Meldungen
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland sind im Jahr 2024 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 137,1 Milliarden Euro
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die saarländische SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sieht eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung skeptisch. "Ich habe dabei ein
MehrMünchen (dts Nachrichtenagentur) - Der Stellenabbau deutscher Unternehmen hat sich im März etwas verlangsamt. "Die Unternehmen planen zwar etwas seltener, Stellen zu streichen",
Mehr














