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Iran lehnt Verhandlungen mit den USA ab - US-Armee greift iranischen Frachter an

  • AFP - 20. April 2026, 06:52 Uhr
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Helikopter der US-Armee über der Straße von Hormus
Bild: AFP

Kurz vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat Teheran einer neuen Verhandlungsrunde mit den USA vorerst eine Absage erteilt. Es gebe 'derzeit keine Pläne' zur Teilnahme an der nächsten Gesprächsrunde, berichtete der Staatssender Irib.

Wenige Tage vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat Teheran einer neuen Verhandlungsrunde mit den USA vorerst eine Absage erteilt. "Es gibt derzeit keine Pläne, an der nächsten Runde der Gespräche zwischen dem Iran und den USA teilzunehmen", berichtete der staatliche TV-Sender Irib am Sonntag unter Berufung auf iranische Quellen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Armee habe einen iranischen Frachter im Golf von Oman beschossen und unter ihre Kontrolle gebracht. Teheran kündigte daraufhin Vergeltung an.

Trump hatte zuvor mitgeteilt, eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze werde am Montag zu neuen Verhandlungen in Pakistan eintreffen. Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft am Mittwoch aus. 

Während der Waffenruhe sollte unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden. Die erste Gesprächsrunde vor einer Woche war allerdings ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Trump kündigte am Sonntag an, dem Iran einen "vernünftigen Deal" anzubieten. Falls Teheran dies aber ablehnen sollte, würden die USA "jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran" zerstören.

Vor dem Auslaufen der Waffenruhe bemühen sich die Vermittlerstaaten Pakistan, Ägypten und die Türkei darum, eine dauerhafte Friedenslösung zu finden. Die Anstrengungen wurden jedoch durch die angespannte Lage in der Straße von Hormus erschwert: Teheran hatte am Samstag seine Öffnung der Meerenge nach nur einem Tag wieder rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete dies mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen.

Trump teilte am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social mit, dass die US-Marine auf den unter iranischer Flagge fahrenden und mit US-Sanktionen belegten Frachter "Touska" geschossen und das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht habe. Das Schiff habe versucht, die von den USA errichtete Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus zu umgehen.

Zuvor hatte der US-Präsident Teheran bereits vorgeworfen, mit am Samstag erfolgten Angriffen den seit dem 8. April geltenden, zweiwöchigen Waffenstillstand verletzt zu haben. Die iranischen Angriffe richteten sich seinen Angaben zufolge gegen ein französisches und ein britisches Schiff.

Die iranische Armee kündigte nach dem Beschuss der "Touska" Vergeltung an. "Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen", erklärte der Sprecher des iranischen Generalstabs am Montag im Onlinedienst Telegram. Er warf den USA vor, die bis Mittwoch geltende Feuerpause verletzt zu haben.

Die verschärfte Spannung in der für den weltweiten Handel immens wichtigen Meerenge ließ die Ölpreise erneut in die Höhe schnellen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte WTI stieg am Montag um 7,5 Prozent an, während der Preis für die Nordseesorte Brent um 6,5 Prozent zulegte.

Durch die Straße von Hormus verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die Meerenge weitestgehend für die internationale Schifffahrt gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben.

Zu den Knackpunkten der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zählen neben der Öffnung der Straße von Hormus die iranischen Vorräte an angereichertem Uran. Das Material ist sowohl für die Kernenergie als auch für Atomwaffen unverzichtbar. Westliche Staaten werfen Teheran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. 

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