Politik

Steinmeier startet Kampagne zu neuem "Ehrentag" am 23. Mai

  • AFP - 23. April 2026, 12:29 Uhr
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Bundespräsident Steinmeier
Bild: AFP

Bundespräsident Steinmeier hat die Kampagne zu seiner Initiative 'Der Ehrentag' gestartet. Er wünsche sich, 'diesen Tag zu einem wirklich großen Feiertag zu machen', sagte Steinmeier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag die Kampagne zu seiner Initiative "Der Ehrentag" gestartet. Er wünsche sich, "diesen Tag zu einem wirklich großen Feiertag zu machen", sagte Steinmeier am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Unter seiner Schirmherrschaft solle der Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai zum ersten Mal als "deutschlandweiter Mitmachtag gewürdigt und gefeiert werden", sagte Steinmeier.

"Die Idee ist: in ganz Deutschland finden sich Menschen zusammen, um gemeinsam etwas zu tun", sagte der Bundespräsident. "Alle sind eingeladen mitzumachen." Vereine und Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger können selbst gemeinnützige Mitmach-Aktionen organisieren und sie auf www.ehrentag.de eintragen, um andere zum Mitmachen einzuladen. Zum Kampagnen-Start sind nach Angaben des Bundespräsidialamts bundesweit bereits mehr als 2000 Aktionen geplant. Mehr als 450 Städte und Gemeinden unterstützen den Mitmachtag.

Der Bundespräsident beschrieb seine Vorstellung vom "Ehrentag" so: "Jeder packt an - in der Nachbarschaft oder bei irgendeiner Aktion, die gut ist fürs Gemeinwesen." Es gehe darum, "gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln und schlicht und einfach loszulegen", sagte Steinmeier. "So können wir miteinander als Gesellschaft so etwas wie gemeinsame demokratische Grunderfahrungen machen - das Gefühl nämlich, selbst etwas bewirken zu können, selbst etwas zu verändern." Alle Vorschläge seien willkommen: "Jede noch so kleine Aktion zeigt die Größe der Idee."

Für sich selbst hat Steinmeier bereits einige Aktionen ins Auge gefasst. "Ich mache mit beim Frühjahrsputz in einem Sportverein", sagte er. "Ich schmiere Brötchen bei einem Seniorentreff. Ich helfe dem Deutschen Alpenverein beim Ausbessern von Wanderwegen." 

Ab Donnerstag soll eine Werbekampagne die Bürgerinnen und Bürger auf den "Ehrentag" aufmerksam machen, teilte das Bundespräsidialamt mit. Über klassische und soziale Medien, Werbespots in Rundfunk und Kinos sowie Außenwerbung - ermöglicht durch Sponsoren - solle eine breite Öffentlichkeit zur Beteiligung am Ehrentag aufgerufen werden.

Der 23. Mai wird bislang in Deutschland als Verfassungstag begangen, weil an diesem Tag im Jahr 1949 das Grundgesetz verkündet wurde. Steinmeier zielt mit seiner Initiative nach eigenen Worten darauf ab, "dass nicht die Politik die Verfassung feiert, sondern dass wir das Grundgesetz, die Segnungen von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, tatsächlich zu einer Angelegenheit der Bevölkerung machen."

Ein offizieller arbeitsfreier Feiertag ist der 23. Mai auch künftig nicht. Dies sei auch nicht nötig, sagte Steinmeier: "Die bloße Erklärung zu einem Feiertag würde wenig oder nichts beitragen, sondern es geht eher um die Frage: Wie feiern wir das, und wer feiert da."

Steinmeier, der Anfang kommenden Jahres aus dem Amt scheidet, äußerte die Hoffnung, dass der "Ehrentag" dauerhaft Bestand habe. Er sehe seine Aufgabe "darin, jetzt in der Zeit, in der ich die Möglichkeit habe, Dinge zu beeinflussen, etwas zu hinterlassen, was hoffentlich über den Tag hinausreicht", sagte er. Er hoffe, dass der "Ehrentag" so erfolgreich sei, "dass es quasi eine Verpflichtung ist, diesen fortzuführen".

Mehr als 60 Prominente sollen in den kommenden Wochen für den "Ehrentag" werben. Beim Start der Aktion am Donnerstag war auch Ex-Fußballnationalspieler Philipp Lahm dabei. Er warb für ehrenamtliches Engagement: "Man profitiert ja auch selber davon", sagte Lahm. "Es ist sinnstiftend, es macht resilient, und es macht natürlich auch zufrieden."

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sagte: "So ein Ehrentag tut absolut Not und bringt uns ein bisschen Licht und Sonne in unser Herz und in die Welt."

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