Finanzen

EY-Analyse: Dax-Konzerne steigern Gewinne im ersten Quartal - dank Finanzbranche

  • AFP - 16. Mai 2026, 09:52 Uhr
Bild vergrößern: EY-Analyse: Dax-Konzerne steigern Gewinne im ersten Quartal - dank Finanzbranche
Dax-Logo in der Frankfurter Börse
Bild: AFP

Die Dax-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen ins Jahr 2026 gestartet - zugleich stiegen ihre Gewinne im ersten Quartal um 4,4 Prozent. Der Gewinnzuwachs lag laut einer EY-Analyse vor allem an der starken Entwicklung der Finanzbranche.

Die Dax-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet - zugleich stiegen ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,4 Prozent. Der Gewinnzuwachs lag vor allem an der starken Entwicklung der Finanzbranche, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY auf Basis der Geschäfts- und Quartalsberichte der im Deutschen Aktienindex gelisteten Unternehmen hervorgeht. Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte demnach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent.

Die Gewinne der Finanzunternehmen stiegen um 15,9 Prozent und erreichten damit einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal. Die Industrieunternehmen verzeichneten nur einen Anstieg um 0,5 Prozent und den zweitniedrigsten Gewinn seit sechs Jahren.

Am besten liefen die Geschäfte der Dax-Konzerne in Europa, wo ein Umsatzplus von zwei Prozent erzielt wurde. In Nordamerika sank der Umsatz hingegen um fünf Prozent, in Asien sogar um 14 Prozent.

Bei der Beschäftigung zeigt der Trend schon seit dem vergangenen Jahr klar nach unten: Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte im ersten Quartal um ein Prozent - von 3,16 auf 3,13 Millionen. Damit wurden gegenüber dem Vorjahr etwa 31.000 Stellen abgebaut.

Die höchsten Gewinne meldeten im ersten Quartal die Deutsche Telekom (5,8 Milliarden Euro), die Allianz (4,5 Milliarden Euro) und Eon (3,9 Milliarden Euro). Das stärkste Gewinnwachstum erzielten Eon (plus 243 Prozent), Siemens Energy (91 Prozent) und Munich Re (52 Prozent).

Der Vorsitzende der Geschäftsführung bei EY, Henrik Ahlers, sprach von einem "Fehlstart ins neue Jahr", allerdings ergebe sich ein heterogenes Bild. Die Finanzbranche glänze trotz Konjunkturflaute mit sehr guten Zahlen, erklärte Ahlers. Sie profitiere vom anhaltend hohen Zinsniveau, günstigen Schadensverläufen bei den Versicherungen und der hohen Marktvolatilität.

Ganz anders sei die Lage bei vielen klassischen Industrieunternehmen: "Die Weltkonjunktur schwächelt, die schwierige geopolitische und handelspolitische Lage sorgt für teils massive Belastungen und teils heftige Einbußen."

Hinzu komme ein tiefgreifender struktureller Wandel, dem sich gerade die Industrieunternehmen stellen müssten, ergänzte Jan Brorhilker, Managing Partner des Geschäftsbereichs Assurance von EY in Deutschland. Das bisherige Geschäftsmodell des ehemaligen Exportweltmeisters Deutschland funktioniere nicht mehr. Vor allem China trete in immer mehr Branchen als aggressiver Wettbewerber auf dem Weltmarkt auf und setze die deutschen Industriekonzerne mit niedrigen Preisen unter Druck.

Gleichzeitig sinke die Wettbewerbsfähigkeit einer Produktion in Deutschland, betonte Brorhilker: "Die Kosten in Deutschland sind zu hoch - und bei der Innovationskraft und -geschwindigkeit haben andere Länder längst aufgeholt."

Weitere Meldungen

Linnemann mahnt bessere Reform-Kommunikation an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mahnt eine bessere Kommunikation für die anstehenden Reformprojekte der Bundesregierung an. "Wenn die

Mehr
Ökonomen zweifeln an Reformbereitschaft der Koalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Führende Ökonomen stellen die Reformbereitschaft der schwarz-roten Koalition infrage. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der "Welt am

Mehr
Ifo-Chef: Ohne Reformen wären Neuwahlen besser

München (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hält Neuwahlen für den besseren Weg, sollte sich die Bundesregierung nicht auf die

Mehr

Top Meldungen

Pflege-Gesetzentwurf verzögert sich um eine Woche

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Vorlage des Gesetzentwurfs zur Neuordnung der Pflegeversicherung verzögert sich.

Mehr
Ökonom Südekum: Neue Fed-Chef unter enormem Druck

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der deutsche Ökonom Jens Südekum hält das Aufgabenprofil von Kevin Warsh, der Jerome Powell als Chef der US-Notenbank Fed nachgefolgt ist,

Mehr
Handwerkspräsident: Wartezeiten auf Termin sinken auf 8,9 Wochen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wartezeiten auf einen Handwerkertermin sind deutlich gesunken. Das sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich den Zeitungen der

Mehr