Brennpunkte

Behörden: Toter Wal vor dänischer Küste ist "Timmy"

  • AFP - 16. Mai 2026, 18:32 Uhr
Bild vergrößern: Behörden: Toter Wal vor dänischer Küste ist Timmy
Letztes bekanntes Foto von Wal nach Freisetzung
Bild: AFP

Bei dem vor der dänischen Insel Anholt gefundenen Walkadaver handelt es sich nach Angaben der dänische Umweltschutzbehörde EPA um 'Timmy'. Der Buckelwal war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und schließlich von einer privaten Rettungsinitiative vor der Nordspitze Dänemarks freigesetzt worden.

Zwei Tage nach dem Fund eines Walkadavers vor der dänischen Insel Anholt herrscht nun Gewissheit: Bei dem toten Tier handelt es sich um "Timmy". Dies teilte die dänische Umweltschutzbehörde EPA am Samstag mit. Der Buckelwal "Timmy" war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und nach mehrfachen Strandungen von einer privaten Rettungsinitiative mit einem Lastkahn vor der Nordspitze Dänemarks freigesetzt worden. Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) bedauerte den Tod des Wals. 

Die dänischen Experten hätten "zweifelsfrei festgestellt", dass es sich bei dem vor der Insel Anholt angespülten Buckelwal um "Timmy" handele, erklärte Backhaus. "Letzte Sicherheit hat heute der Fund eines Trackers an dem Wal gegeben", fügte er hinzu. 

"Timmy" war erstmals am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet worden und irrte danach weiter umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen gab Backhaus Mitte April grünes Licht für den Rettungsversuch einer Privatinitiative. "Timmy" wurde mit einem Lastkahn in die Nordsee gebracht und am 2. Mai ins offene Meer bugsiert. Am Donnerstag wurde dann der Kadaver des Wals vor der Insel Anholt gesichtet. 

Er habe die Hoffnung vieler Menschen geteilt, "dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen", erklärte Backhaus. Leider habe das Tier seine Chance nicht nutzen können. Der Minister verteidigte den Versuch der privaten Initiative zur Rettung von "Timmy". "Es ging immer darum abzuwägen, welche Option die schlechteste ist: Den sicheren Tod des Tieres unter Qualen abzuwarten oder ihm eine letzte Chance zu geben und ihn dabei möglichem Stress auszusetzen." 

Experten hatten den Transport des mutmaßlich schwer kranken und stark geschwächten Tiers abgelehnt. Das Deutsche Meeresmuseum etwa erklärte nach der Freisetzung, es gehe vom Tod des Tiers aus. Demnach dürfte dem Meeressäuger die Kraft zu längerem Schwimmen gefehlt haben. Das Schicksal von "Timmy" und der Umgang mit dem Wal hatten über Wochen für Schlagzeilen und Debatten gesorgt.

Backhaus kündigte an, es werde nun mit den dänischen Behörden geklärt, was mit dem Walkadaver geschehen soll. Dazu seien auch Gespräche mit der privaten Rettungsinitiative geplant.

Nach Angaben der dänischen Umweltschutzbehörde gibt es derzeit "keine konkreten Pläne" für eine Bergung des Wals oder eine Autopsie. Die Behörde warnte davor, sich dem Tier zu nähern und rief dazu auf, einen "einen Sicherheitsabstand einzuhalten". Der tote Wal könne "Träger von auf den Menschen übertragbaren Krankheiten sein". Aufgrund der Gase, die bei der Zersetzung des Meeressäugers freigesetzt werden, besteht zudem "Explosionsgefahr".

Weitere Meldungen

Autofahrer in Norditalien rast in Menschenmenge: Acht Verletzte in Modena

In der norditalienischen Stadt Modena hat ein Autofahrer seinen Wagen am Samstag in eine Gruppe von Passanten gesteuert und acht Menschen verletzt. Es gebe vier Schwerverletzte,

Mehr
Trotz Waffenruhe-Verlängerung: Israel greift erneut Ziele im Südlibanon an

Einen Tag nach der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat Israel erneut Hisbollah-Ziele im Nachbarland angegriffen. Die Streitkräfte hätten Angriffe

Mehr
Mindestens acht Tote bei Zusammenstoß von Güterzug mit Bus in Bangkok

Bei einem Zusammenstoß von einem Güterzug und einem Bus in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 35 Menschen seien

Mehr

Top Meldungen

EY-Analyse: Dax-Konzerne steigern Gewinne im ersten Quartal - dank Finanzbranche

Die Dax-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet - zugleich stiegen ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,4 Prozent. Der Gewinnzuwachs

Mehr
Linnemann mahnt bessere Reform-Kommunikation an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mahnt eine bessere Kommunikation für die anstehenden Reformprojekte der Bundesregierung an. "Wenn die

Mehr
Ökonomen zweifeln an Reformbereitschaft der Koalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Führende Ökonomen stellen die Reformbereitschaft der schwarz-roten Koalition infrage. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der "Welt am

Mehr