Wirtschaft

Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsbereich - Källenius sieht wachsenden Markt

  • AFP - 16. Mai 2026, 14:24 Uhr
Bild vergrößern: Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsbereich - Källenius sieht wachsenden Markt
Mercedes-Chef Källenius
Bild: AFP

Nach Volkswagen erwägt auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Konzernchef Ola Källenius sagte dem 'Wall Street Journal', sein Unternehmen sei bereit, in dem Bereich mehr Verantwortung zu übernehmen.

Nach Volkswagen erwägt auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Konzernchef Ola Källenius sagte dem "Wall Street Journal" am Freitag, die Welt sei unvorhersehbarer geworden. Er denke daher, dass Europa sein "Verteidigungsprofil" erweitern müsse. "Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, sind wir bereit dazu."

Die kriselnde Industrie in Deutschland, insbesondere die Autobranche, ist auf der Suche nach neuen erfolgversprechenden Geschäftsfeldern. Viele Unternehmen sehen eine Zukunft im wachsenden Verteidigungsbereich. 

Källenius verwies darauf, dass Autobauer "außerordentlich gut" darin seien, "Präzisionsmaschinen in hoher Qualität" herzustellen. Im Vergleich zur Autoproduktion werde der Rüstungsbereich in Zukunft eher einen kleineren Teil der Aktivitäten seines Unternehmens ausmachen. "Es könnte eine wachsende Nische sein, die zu unserem Konzernergebnis beiträgt."

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP erklärte Mercedes-Benz, "Frieden, Sicherheit und Freiheit" seien "die Grundlagen unserer Gesellschaft". Sie zu schützen sei eine gemeinsame Aufgabe. "Wir leisten als Unternehmen unseren Beitrag dazu."

Mit modifizierbaren Fahrzeugen für Sicherheits- und Verteidigungseinsätze stärke Mercedes "seit Jahrzehnten die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Europas und der Nato", erklärte das Unternehmen weiter. So sind Varianten des Geländewagen-Modells G-Klasse weltweit als Militärfahrzeuge im Einsatz.

Seit vielen Jahren würden "auch Fahrgestelle an spezialisierte Unternehmen" geliefert, "die diese in eigener Verantwortung und unter eigener Marke für militärische Anwendungen ausbauen und vermarkten". Alle Lieferungen erfolgten "im Einklang mit Sanktions- und Exportkontrollvorschriften". 

Mercedes ist nicht der einzige deutsche Autobauer, der eine Zukunft in der Verteidigungsindustrie sieht. Volkswagen ist nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume in Kontakt mit Unternehmen der Verteidigungsbranche. So könnte der VW-Standort Osnabrück entsprechend umgerüstet werden. Dabei könnte es etwa um eine Zusammenarbeit im Bereich der Raketenabwehr gehen, sagte Blume im März.

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" rückt eine Übernahme des VW-Werks in Osnabrück durch den israelischen Rüstungskonzern Rafael näher. Demnach wollen die Israelis dort Teile für das Flugabwehrsystem Iron Dome als Bestandteil der europäischen Flugabwehr herstellen.

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung im April nannte VW-Boss Blume auch Fahrzeuge für den militärischen Transport als möglichen Bereich im Verteidigungssektor. "Wir reden nicht von Panzern."

Weitere Meldungen

Tankrabatt: SPD-Fraktionschef Miersch sieht keine längerfristige Fortsetzung

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat eine längerfristige Zukunft des auf zwei Monate begrenzten Tankrabatts in Frage gestellt. "Mobilität muss bezahlbar bleiben, aber die

Mehr
Stromversorgung auf Kuba nach tagelangem Ausfall wiederhergestellt

Nach einem erneuten Stromausfall in weiten Teilen Kubas ist die Energieversorgung weitgehend wieder intakt. Wie der staatliche Energieversorger UNE am Freitag mitteilte, wurde in

Mehr
US-Anklage wegen Bestechung gegen indischen Unternehmer wird wohl fallen gelassen

Eine Klage wegen Bestechung gegen den indischen Industriellen und Milliardär Gautam Adani in den USA wird wohl fallen gelassen - gegen die Zahlung von 18 Millionen Dollar (15,5

Mehr

Top Meldungen

EY-Analyse: Dax-Konzerne steigern Gewinne im ersten Quartal - dank Finanzbranche

Die Dax-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet - zugleich stiegen ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,4 Prozent. Der Gewinnzuwachs

Mehr
Linnemann mahnt bessere Reform-Kommunikation an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mahnt eine bessere Kommunikation für die anstehenden Reformprojekte der Bundesregierung an. "Wenn die

Mehr
Ökonomen zweifeln an Reformbereitschaft der Koalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Führende Ökonomen stellen die Reformbereitschaft der schwarz-roten Koalition infrage. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der "Welt am

Mehr