Politik

Gewerkschaften sehen Empfehlungen von Rentenkommission teilweise kritisch

  • AFP - 23. Juni 2026, 14:16 Uhr
Bild vergrößern: Gewerkschaften sehen Empfehlungen von Rentenkommission teilweise kritisch
Logo des DGB
Bild: AFP

Die Gewerkschaften sehen in den Empfehlungen der Rentenkommission für die Reform der Altersvorsorge zwar positive Aspekte, bewerten einige zentrale Punkte aber kritisch.

Die Gewerkschaften sehen in den Empfehlungen der Rentenkommission für die Reform der Altersvorsorge zwar positive Aspekte, bewerten einige zentrale Punkte aber kritisch. DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnte am Dienstag vor allem vor einer Vermischung kapitalgedeckter Elemente mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente. Auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für Beschäftigte mit mindestens 45 Beitragsjahren lehnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ab.

"Beide Systeme sollten getrennt bleiben", verlangte Fahimi mit Blick auf gesetzliche Rente und zusätzliche Altersversorgung. "Sauber und transparenter wäre vielmehr eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge auf der Basis von Tarifverträgen", erklärte sie weiter. Bei den am Morgen vorgestellten Empfehlungen der Rentenkommission bestehe die Gefahr, dass dies zu versteckten Leistungskürzungen führe, etwa Verschlechterungen bei der Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente.

Zur abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte, ursprünglich der "Rente mit 63" sagte Fahimi, es gehe hier auch um Gerechtigkeit. Es sei wichtig, die Lebensleistungen der Betroffenen und ihre deutlich überdurchschnittliche Dauer der Beitragszahlungen anzuerkennen. Die DGB-Chefin wandte sich auch dagegen, den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln. "Viele schaffen es schon heute nicht, gesund bis zum Renteneintritt zu arbeiten", gab sie zu bedenken.

Positiv bewertete Fahimi die vorgesehene Verbreiterung der Beitragsbasis durch eine Einbeziehung auch von Selbstständigen und Abgeordneten in die gesetzliche Rente. Auch dem Ziel, wonach die Nettorente 70 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens erreichen soll, stimmte der DGB zu.

"Wer 45 Jahre seinen Buckel krumm gemacht hat, muss ein Recht darauf haben, abschlagsfrei früher in Rente gehen zu können", wandte sich auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, gegen eine Abkehr von der abschlagsfreien Rente für Menschen ab 45 Versicherungsjahren. 

Zudem pochte Werneke auch über 2031 hinaus auf eine verbindliche Haltelinie für das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent. Für die Kapitaldeckung drang auch er auf eine "verpflichtende betriebliche Altersvorsorge". Werneke begrüßte zudem die de facto weitgehende Abschaffung von Mini-Jobs.

"Rentnerinnen und Rentner dürfen nicht vom allgemeinen Wohlstand abgekoppelt werden", drang auch der Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Guido Zeitler, auf die Sicherung des Rentenniveaus von 48 Prozent. Er forderte deutliche Nachbesserungen der Reformvorschläge.

Weitere Meldungen

UN-Generalsekretär ruft KI-Unternehmen zur Offenlegung ihrer Umweltbilanz auf

UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der fatalen Umweltbilanz von Rechenzentren großer Tech-Unternehmen diese zur Transparenz und zum Umstieg auf erneuerbare

Mehr
Aktuelle Stunde zu Linken-Parteitag - Linke bezeichnet Debatte als "lächerlich"

Zu den umstrittenen Äußerungen des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano zur CDU soll noch in dieser Woche eine Aktuelle Stunde im Bundestag stattfinden. Darauf einigten sich Union

Mehr
Zwei weitere Labour-Abgeordnete bringen sich für Starmer-Nachfolge ins Gespräch

Nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premierministers Keir Starmers haben sich neben dem Favoriten Andy Burnham zwei weitere Labour-Abgeordnete für eine mögliche

Mehr

Top Meldungen

EU macht weiteren Schritt zur Einführung eines digitalen Euros

Die EU hat einen weiteren Schritt in Richtung der Einführung eines digitalen Euros gemacht. Der Finanzausschuss im EU-Parlament stimmte am Dienstag in Brüssel für einen

Mehr
EU genehmigt Millionen-Beihilfe für deutsche Halbleiterproduktion

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Kommission hat eine deutsche Beihilfe in Höhe von 76 Millionen Euro genehmigt, um das Münchner Start-up Quantum Diamonds

Mehr
Zahl der Insolvenzen erreicht im ersten Halbjahr höchsten Stand seit 2013

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Laut einer Studie des Verbands der Vereine Creditreform gab

Mehr