Wirtschaft

Dax-Konzerne verdienen im zweiten Quartal so viel wie nie - und streichen 41.000 Jobs

  • AFP - 14. August 2026, 10:07 Uhr
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Die Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) haben einer Analyse zufolge im zweiten Quartal von April bis Juni so viel verdient wie nie. Getragen wird dies Wachstum aber von wenigen Branchen. Binnen eines Jahres strichen die Konzerne 41.000 Stellen.

Die Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) haben einer Analyse zufolge im zweiten Quartal von April bis Juni so viel verdient wie nie: Der operative Gewinn der 40 Konzerne stieg um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf den Rekordwert von 52,6 Milliarden Euro, wie die Beratungsgesellschaft EY am Freitag mitteilte. Getragen werde dies Wachstum aber von wenigen Branchen. Binnen eines Jahres strichen die Dax-Konzerne zudem 41.000 Stellen. 

Der operative Gewinn der Dax-Unternehmen lag laut EY zehn Prozent über dem bisherigen Höchstwert aus dem zweiten Quartal 2024. Auch der Gesamtumsatz erreichte demnach mit rund 463 Milliarden Euro einen neuen Bestwert. Er stieg um 4,6 Prozent.

Getragen werde das Umsatz- und Gewinnwachstum maßgeblich von einigen wenigen Branchen, die derzeit von außergewöhnlichen Sonderkonjunkturen profitieren, betonte EY - von der Rüstungsindustrie über die Profiteure des weltweiten KI- und Rechenzentren-Booms bis hin zu Chemieunternehmen, die aufgrund der Spannungen im Nahen Osten und den daraus resultierenden Versorgungsengpässen in Asien die Preise anheben konnten. 

Bei vielen klassischen Industriekonzernen sei von einer Trendwende dagegen nichts zu spüren. Die Autokonzerne im Dax etwa verzeichneten im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent und einen Gewinneinbruch um zwölf Prozent, wie EY berechnete.

Die Beschäftigung in den größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands geht laut EY weiter zurück: Zum 30. Juni zählten die Unternehmen rund 3,49 Millionen Mitarbeitende, das waren 1,2 Prozent oder 41.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Jan Brorhilker von EY erklärte: "Die aktuellen Gewinnsprünge sind vielfach externen Sonderfaktoren zu verdanken, nicht einer neu gewonnenen Wettbewerbsstärke." Sie könnten genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. "Denn: Zu große Verwaltungsapparate, eine hohe Anfälligkeit gegenüber geopolitischen Krisen und einer neuen Welle von Zöllen und Abschottung sowie zu hohe Kosten am Standort Deutschland - diese Grundprobleme bestehen unverändert fort." Selbst wenn die Konjunktur wieder anspringen sollte, bliebe der Druck daher hoch.

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