Brennpunkte

Prozess gegen IS-Rückkehrerin in Berlin begonnen

  • AFP - 21. September 2026, 12:44 Uhr
Bild vergrößern: Prozess gegen IS-Rückkehrerin in Berlin begonnen
Frau mit Kind in syrischem Flüchtlingslager Al-Haul
Bild: AFP

In Berlin muss sich eine IS-Rückkehrerin vor Gericht verantworten. Die heute 35-Jährige soll sich laut Anklage der Berliner Generalstaatsanwaltschaft im Jahr 2014 in Syrien der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

In Berlin muss sich seit Montag eine IS-Rückkehrerin vor Gericht verantworten. Die heute 35-Jährige soll sich laut Anklage der Berliner Generalstaatsanwaltschaft im Jahr 2014 in Syrien der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland im April 2026 wurde sie am Flughafen BER festgenommen.

Der Anklage zufolge heiratete die Frau im Jahr 2014 einen tschetschenischstämmigen Russen nach islamischem Ritus, konvertierte zum Islam und radikalisierte sich binnen kurzer Zeit. Im Dezember 2014 reiste sie nach Syrien, um sich - ebenso wie ihr Mann - dem IS anzuschließen. Zunächst unterstützte sie diesen als IS-Kämpfer, in dem sie den gemeinsamen Haushalt führte.

Nach der Trennung im Februar 2015 lebte die Angeklagte laut Generalstaatsanwaltschaft unter anderem in Frauenhäusern des IS, während sie die Ideologie der Organisation weiterhin "begeistert" vertrat. Im April beziehungsweise Mai 2015 soll sie eine in Berlin wohnende Freundin ermutigt haben, ebenfalls nach Syrien zu reisen und sich dem IS anzuschließen.

Dabei bekundete sie laut Generalstaatsanwaltschaft auch ihre eigene Bereitschaft, ein Selbstmordattentat zu begehen. Nach der Ankunft der Freundin in Syrien soll die Angeklagte diese bei ihrer Integration in den IS unterstützt haben. Die Freundin habe sich anschließend selbst an der Waffe ausbilden lassen und sei später bei Kämpfen mit gegnerischen Streitkräften getötet worden.

Die 35-Jährige wurde laut Anklage im März 2019 von kurdischen Streitkräften festgenommen und floh im Januar 2020 in die Türkei. Seit ihrer Festnahme bei der Rückkehr nach Deutschland sitzt sie in Untersuchungshaft. Der Tatvorwurf in dem Prozess, der zunächst bis zum 8. Oktober terminiert ist, lautet auf mitgliedschaftliche Beteiligung in einer terroristischen Vereinigung im Ausland.

Weitere Meldungen

Gericht: Verein Jüdische Stimme darf weiter vorläufig als extremistisch eingestuft werden

Der Verein Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost darf laut einer Gerichtsentscheidung im Verfassungsschutzbericht 2024 des Bundesinnenministeriums vorläufig weiterhin

Mehr
Union stellt Geheimdienst-Kooperation mit Berlin infrage

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Union warnt davor, sensible Informationen der Sicherheitsbehörden weiter mit Berlin zu teilen. Anlass sind umstrittene Gäste bei einer

Mehr
Taifun "Dujuan" bewegt sich auf Japan zu - Hunderte Flüge gestrichen

Ausnahmezustand in Tokio: Wegen des herannahenden Taifuns "Dujuan" sind in Japan am Montag hunderte Flüge gestrichen worden, mehr als 9000 Haushalte in der Umgebung der

Mehr

Top Meldungen

Automobil-Aktionstag: IG Metall kritisiert auch "mangelhafte Industriepolitik"

Die IG Metall hat an dem von ihr ausgerufenen Automobil-Aktionstag "mangelhafte industriepolitische Rahmenbedingungen" für die Autohersteller auf deutscher und europäischer

Mehr
Metall-Arbeitgeber: Längere Arbeitszeit darf "kein Tabu" sein

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Vor der großen Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie fordern die Arbeitgeber die IG Metall auf, sich Verhandlungen über längere

Mehr
Sehr gute Kirschenernte - auch überdurchschnittlich viele Birnen

Die Kirschenernte in Deutschland ist in diesem Jahr sehr gut ausgefallen. Zum Stichtag 20. August hatten die Betriebe 48.500 Tonnen Süß- und Sauerkirschen geerntet, wie das

Mehr