Politik

Fast 38 Jahre nach Wende: Bau des Einheitsdenkmals in Leipzig ab Frühjahr

  • AFP - 5. November 2026, 13:40 Uhr
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Innenstadt von Leipzig mit Gewandhaus (links)
Bild: AFP

Fast 38 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR soll im kommenden Frühjahr in Leipzig mit dem Bau eines Freiheits- und Einheitsdenkmals begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Oktober 2029 geplant.

Fast 38 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR soll im kommenden Frühjahr in Leipzig mit dem Bau eines Freiheits- und Einheitsdenkmals begonnen werden. Die Fertigstellung ist bis zum 40. Jahrestag am 9. Oktober 2029 geplant, wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte. Für den Bau des Denkmals sind fünf Millionen Euro eingeplant.

Vier Millionen Euro und damit 80 Prozent der Kosten übernehmen der Bund und der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig steuert eine Million Euro bei. Das Denkmal soll auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in der Innenstadt entstehen und an die Proteste im Wendeherbst 1989 erinnern.

Bei den Demonstrationen in Leipzig gingen damals tausende Menschen für Freiheit, Demokratie und das Ende der Staatssicherheit auf die Straße. Die Proteste leiteten das Ende der DDR ein. So stellten sich am 9. Oktober 1989 rund 70.000 Menschen mit den Rufen "Keine Gewalt" und "Wir sind das Volk" den Sicherheitskräften entgegen. Vier Wochen später fiel die Mauer, nachdem es auch in anderen Städten Massenproteste gegeben hatte.

Der Grundstein für das Denkmal wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres gelegt. Nach dem Siegerentwurf sollen mehr als 50 in den Boden gesteckte Plakate und Banner aus Edelstahl in weißer Farbe errichtet werden, die zur Beschriftung freigegeben werden sollen.

Das Denkmal stehe "nicht nur für das Leipziger Engagement – es ist ein Ort, der an die europäischen Freiheitsbewegungen erinnert und zugleich das Heute nicht aus dem Blick verliert", erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Donnerstag.

Ursprünglich sollte das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig bereits spätestens zum 25. Jahrestag der friedlichen Revolution im Jahr 2014 eingeweiht werden. Für die damaligen Entwürfe gab es aber keine Mehrheit, weshalb der Leipziger Stadtrat damals das Vergabeverfahren stoppte.

Auch in Berlin sollte längst ein Einheitsdenkmal stehen. Der Bau der geplanten 50 Meter langen begehbaren Schale verzögerte sich aber immer wieder und ist bis heute nicht fertig - als neuer Zeitplan für die Fertigstellung der sogenannten Einheitswippe wurde zuletzt 2027 genannt.

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