Politik

Verbände pochen vor UN-Konferenz auf ehrgeizigere Klimapolitik

  • AFP - 5. November 2026, 13:38 Uhr
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Dürre am Wasserreservoir Lake Mead in den USA
Bild: AFP

Vor der am Montag beginnenden UN-Klimakonferenz in Antalya (COP31) dringen Umweltverbände auf eine ehrgeizigere und konsequentere globale Klimapolitik. Die Abhängigkeit von Öl und Gas sei auch ein wachsendes Sicherheitsrisiko, hieß es.

Vor der am Montag beginnenden UN-Klimakonferenz in Antalya (COP31) dringen Umweltverbände auf eine ehrgeizigere und konsequentere globale Klimapolitik. "Die Abhängigkeit von Öl und Gas ist nicht nur ein Klimaproblem, sondern auch ein wachsendes Sicherheitsrisiko", erklärte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner. Der Ausstieg aus den fossilen Energien sei daher auch eine Frage der Energiesicherheit.

"Die COP31 muss den 2023 beschlossenen Ausstieg endlich mit einem konkreten Fahrplan voranbringen", verlangte der DUH-Bundesgeschäftsführer weiter. Wichtig sei auch eine Selbstverpflichtung der Staaten auf die Verringerung von Methanemissionen. "Die DUH fordert die Bundesregierung auf, sich für eine ambitionierte und konkrete Formulierung einzusetzen", verlangte Müller-Kraenner.

Zudem müsse sich die Bundesregierung für die Verankerung konkreter und sektorspezifischer Minderungsziele in der offiziellen Abschlusserklärung der Klimakonferenz einsetzen, forderte der DUH-Geschäftsführer. Deutliche Kritik übte er an der Entscheidung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), nicht zu der UN-Konferenz in die Türkei zu fahren. "Dass Bundeskanzler Merz aufgrund 'anderweitiger Verpflichtungen' nicht an der Weltklimakonferenz in Antalya teilnehmen will, ist ein verheerendes Signal", erklärte Müller-Kraenner.

Kritik an der Kürzung von Mitteln für die internationale Klimafinanzierung durch Deutschland und andere Industrieländer übte die Organisation Oxfam. "Das untergräbt Vertrauen und erschwert dadurch auch Fortschritte beim Klimaschutz und beim weltweiten Ausstieg aus den fossilen Energien", erklärte Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. Auch er drang zudem darauf, die Staaten müssten sich auf der UN-Klimakonferenz auf eine Beschleunigung des Ausstiegs aus Kohle, Öl und Gas verständigen.

"Menschen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden und am wenigsten zu ihr beigetragen haben, sollen nicht länger auf die notwendige Unterstützung warten müssen", mahnten auch die kirchlichen Organisationen Brot für die Welt und Diakonie mehr Unterstützung für die Länder des globalen Südens an. Deutschland müsse wieder sein Versprechen einhalten, dafür jährlich sechs Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln zur Verfügung zu stellen. "Das wäre ein wichtiges Signal an die COP31, dass Deutschland auch seine Verantwortung zur globalen Klimaanpassung ernst nimmt", erklärt die Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin. Brot für die Welt forderte zur Finanzierung zudem eine zusätzliche Abgabe auf Luxus-Flüge.

Auch die katholische Kirche forderte ein entschlossenes Handeln gegen die Klimakrise. Die politisch Verantwortlichen müssten "die Kraft, die Zuversicht und die Weitsicht aufbringen, gemeinsam wirksame und umfassende Maßnahmen zu beschließen", forderte der Klimabeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann.

Die Organisation World Vision verwies auf die drohenden Folgen des erwarteten, außergewöhnlich starken Klimaphänomens El Niño. In mehreren Ländern drohten große  Ernteausfälle, steigende Lebensmittelpreise und eine Verschärfung von Hungerkrisen, erklärte die Kinderhilfsorganisation. Das führe auch zum Verlust von Zukunftsperspektiven für Kinder. World Vision forderte schnelle finanzielle Hilfen für Regionen, die bereits unter den Folgen des Super-El-Niño litten.

Care mahnte eine stärkere Beteiligung von Frauen an klimapolitischen Entscheidungen an. Die Klimakrise "verschärft bestehende Ungleichheiten und nimmt Millionen Frauen und Mädchen Chancen auf Bildung, Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben", erklärte Marlene Achoik von Care Intrenational. Die Hilfsorganisation betonte, dass Frauen und Mädchen vielerorts besonders stark von deren Folgen betroffen seien.

Amnesty International verwies auf die Menschenrechtslage im Gastgeberland Türkei. Die Menschenrechtsorganisation sprach von einer sich "verschärfenden Menschenrechtskrise" im Land, die nicht ausgeblendet werden dürfe.

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