Wirtschaft

Studie warnt vor "Wasserstress" wegen neuer Rechenzentren in Deutschland

  • AFP - 6. November 2026, 08:58 Uhr
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Rechenzentrum hier in einem Vorort von Boston, USA
Bild: AFP

Rechenzentren für die Speicherung von Daten und für die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) verbrauchen Milliarden Liter Wasser zur Kühlung - die Menge könnte von rund 13 Milliarden Liter im Jahr 2025 auf 27 Milliarden Liter 20230 steigen.

Rechenzentren für die Speicherung von Daten und für die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) verbrauchen Milliarden Liter Wasser zur Kühlung - die Menge könnte in Deutschland laut einer Studie von rund 13 Milliarden Liter im Jahr 2025 auf 27 Milliarden Liter 20230 steigen. Greenpeace warnte am Freitag vor Konflikten: Der Trend zu immer größeren Anlagen mit ihrem enormen Wasserverbrauch verstärke lokalen Wasserstress und löse Nutzungskonflikte aus.

Laut der Studie des Öko-Instituts für Greenpeace sind in Deutschland knapp 30 große Rechenzentren mit mehr als 100 Megawatt Serverleistung geplant. Je nach eingesetzter Kühltechnik werde ihr jährlicher Wasserbedarf auf 200 bis 930 Millionen Liter geschätzt, erklärte Greenpeace. Die rund 13 Milliarden Liter, die im vergangenen Jahr verbraucht worden seien, entsprechen demnach dem Trinkwasserbedarf einer Großstadt mit 275.000 Menschen. 

Nur Kühlsysteme mit vollständig geschlossenen Kreisläufen können den Wasserverbrauch eines Rechenzentrums demnach auf Null senken. Etwa ein Drittel der derzeit rund 1200 Betreiber von Rechenzentren hierzulande nutze in den Sommermonaten jedoch Verdunstungskühlanlagen, erklärte Greenpeace. Dabei entweiche das genutzte Trinkwasser als Wasserdampf in die Atmosphäre und steht dem lokalen Wasserkreislauf und der Versorgung der Haushalte nicht mehr zur Verfügung. "Wer neben einem Rechenzentrum lebt, sorgt sich zu Recht um Lebensqualität, versiegende Brunnen und steigende Wasser- und Stromkosten", erklärte Klapdor. 

Greenpeace forderte, in wasserarmen Regionen dürften Rechenzentren nur mit geschlossenen Wasserkreisläufen ans Netz gehen. Der Strom für den Betrieb von Rechenzentren müsse zudem aus erneuerbaren Energien stammen. 

Außerdem kritisierte die Umweltorganisation, dass Betreiber von Rechenzentren ihrer Pflicht, den Wasserverbrauch zu melden, nur "lückenhaft" erfüllten. Fehlende Daten würden zudem nicht systematisch kontrolliert, es fehlten verbindliche Obergrenzen für den Verbrauch. "Auch im aktuellen Ergebnisbericht des Digitalgipfels der Bundesregierung finden sich keine Kennzahlen zu Energie, Wasser oder Abwärme für die geplante Vervierfachung der KI-Rechenkapazität", kritisierte Greenpeace. 

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