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Techmilliardär Musk unterliegt im Prozess gegen OpenAI

  • AFP - 18. Mai 2026, 22:56 Uhr
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OpenAI-Chef Altman (links) und Techmilliardär Musk
Bild: AFP

Der US-Multimilliardär Musk hat im Verfahren gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI und dessen Chef Altman eine Niederlage erlitten. Die Geschworenen verwarfen seine Klage mit der Begründung, die Vorwürfe seien verjährt.

Der US-Multimilliardär Elon Musk hat im Prozess gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI und dessen Chef Sam Altman eine Niederlage erlitten. Die Geschworenen des Gerichts im kalifornischen Oakland verwarfen Musks Klage am Montag mit der Begründung, die Vorwürfe seien verjährt. Die Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers folgte der Entscheidung und bestätigte das Urteil.

Als früherer Investor hatte Musk Schadenersatz von OpenAI gefordert, weil sich das Unternehmen von seinen Gründungsprinzipien entfernt habe. OpenAI war als gemeinnützige Stiftung gegründet worden und hatte sich einer risikobewussten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) verschrieben.

Der Techmilliardär argumentierte in seiner Klage, er sei von OpenAI über dessen angeblich gemeinnützige Ausrichtung getäuscht worden. Konkret verlangte er Schadenersatz in Höhe von bis zu 134 Milliarden Dollar (umgerechnet 114 Milliarden Euro), die Absetzung Altmans und die Rückumwandlung des Unternehmens in eine rein gemeinnützige Organisation. 

OpenAI war 2015 gegründet worden, Musk investierte damals 38 Millionen Dollar. 2018 stieg er aus, ein Jahr später stieg Microsoft ein. Heute wird OpenAI mit 852 Milliarden Dollar bewertet und bereitet seinen Börsengang vor. 

Seit dem breiten Erfolg von ChatGPT Ende 2022 hatte Musk OpenAI und Altman ins Visier genommen und immer wieder attackiert. Mit xAI hat Musk ein eigenes KI-Unternehmen, das den Chatbot Grok entwickelt hat, der in Konkurrenz zu ChatGPT steht.

Hätte sich Musk in dem Verfahren in Oakland durchgesetzt, wäre der Börsengang von OpenAI massiv gefährdet gewesen. Beziehungen zu wichtigen Investoren wie Microsoft, Amazon oder SoftBank, die im Zuge des weltweiten Kampfes um die KI-Vorherrschaft Milliarden in das Unternehmen gesteckt haben, hätten wieder aufgelöst werden müssen.

"Das Urteil der Geschworenen bestätigt, dass diese Klage ein heuchlerischer Versuch war, einen Wettbewerber zu sabotieren", sagte der OpenAI-Anwalt William Savitt nach der Entscheidung vor dem Gerichtsgebäude. "Musk kann seine Ansprüche vorbringen und seine Geschichten erzählen, aber die neun Mitglieder dieser Jury haben festgestellt, dass seine Geschichten genau das waren - Geschichten, keine Fakten."

Musk kommentierte den Ausgang des Verfahrens wütend in seinem Onlinedienst X: Die "saktivistische Richterin in Oakland" habe die Jury nur als "Feigenblatt" benutzt und mit ihrer Entscheidung einen "schrecklichen Präzedenzfall" geschaffen.

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