Wirtschaft

Uniper richtet Investitionspläne nach neuem Kraftwerksgesetz aus

  • dts - 17. Juli 2026, 05:00 Uhr
Bild vergrößern: Uniper richtet Investitionspläne nach neuem Kraftwerksgesetz aus
Uniper (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der bundeseigene Strom- und Gaskonzern Uniper hat eine Woche nach der Verabschiedung des "Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG)" seine Strategie angepasst.

"Jetzt steht fest: Uniper plant, bis 2030 rund fünf Milliarden Euro zu investieren", sagte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Konzerns, Michael Lewis, der "Welt": "Der Schwerpunkt der Investitionen - also mehr als die Hälfte - soll in den Geschäftsbereich `Flexible Erzeugung` gehen."

Im Bereich "Flexible Erzeugung" sind die konventionellen Kraftwerke von Uniper organisiert. Hier steht nun ein umfangreiches Ausgabenprogramm an, nachdem mit dem "StromVKG" die Beihilferegeln für neue Kraftwerke feststehen. "Das `StromVKG` macht nach unserer Analyse den deutschen Kraftwerksmarkt wieder investierbar - und das ist dringend notwendig", sagte Lewis: "Nach der Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag in der vergangenen Woche haben wir umgehend unsere Investitionspläne konkretisiert."

Damit bereitet sich der Konzern auch auf seine bevorstehende Privatisierung vor: Gemäß der europäischen Wettbewerbsvorgaben muss der Bund seine rund 99-prozentige Beteiligung an Uniper bis Ende 2028 auf rund 25 Prozent reduzieren. Uniper stand nach dem Stopp russischer Gaslieferungen 2022 vor der Zahlungsunfähigkeit und musste aus Gründen der Versorgungssicherheit zeitweise verstaatlicht werden. Für künftige Investoren ist die strategische Ausrichtung des Unternehmens entscheidend.

Konzernchef Lewis erläuterte die Strategie der kommenden Jahre: Noch vor dem Aufbau erneuerbarer Energien steht für Uniper nun der Bau von Gaskraftwerken zur Absicherung der Energiewende im Fokus. Geplant ist der Bau von zwei neuen Gaskraftwerken mit zusammen 1,7 Gigawatt Leistung im hessischen Hanau und in Gelsenkirchen in NRW. "Damit die Energiewende wirklich Erfolg hat, müssen wir ihre Absicherung durch steuerbare und vom Wetter unabhängige Kraftwerke in den Vordergrund stellen", sagte Lewis: "Denn die Energiewende hat hier ihr größtes Defizit."

Gleichwohl investiert Uniper weiterhin in Wind- und Solaranlagen samt Batteriespeichern: An dem Plan, pro Jahr Erneuerbare-Energie-Anlagen mit durchschnittlich 500 Megawatt zu errichten, ändere sich nichts, so Lewis. Allerdings gebe es in Deutschland wegen des Kohleausstiegs immer weniger verlässliche Erzeugungskapazitäten. "Da entsteht eine Lücke", sagte Lewis: "Uniper ist prädestiniert dafür, diese Lücke zu füllen."

Weitere Meldungen

IG Metall lehnt längere Arbeitszeiten in Autoindustrie ab

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Die baden-württembergische IG-Metall-Chefin Barbara Resch lehnt längere Arbeitszeiten oder materielle Einschnitte als Maßnahmen zur

Mehr
SPD in Sachsen-Anhalt kritisiert Fehler bei Energiewende

Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) - Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, kritisiert frühere Fehler bei der Umsetzung der

Mehr
Warken kündigt weitere Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigt weitere Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen an, um die kurzfristig den Ländern zugesagten

Mehr

Top Meldungen

Zuckersteuer soll jährlich 650 Millionen Euro einbringen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die geplante Zuckersteuer soll nach Angaben von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) im kommenden Jahr rund 650 Millionen Euro einbringen und

Mehr
Stadtwerke warnen vor Spekulation beim CO2-Handel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Stadtwerkeverband VKU fordert ein entschlosseneres staatliches Vorgehen gegen schwarze Schafe beim CO2-Handel fürs Heizen und Tanken. Kai

Mehr
Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Verlängerung des Tankrabatts

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für eine Verlängerung des Tankrabatts aus.

Mehr