Wirtschaft

Bauministerium wertet "Bau-Turbo" als Erfolg - Wirtschaft zieht gemischte Bilanz

  • AFP - 3. November 2026, 11:54 Uhr
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Verena Hubertz
Bild: AFP

Das Bundesbauministerium sieht den vor einem Jahr gestarteten sogenannten Bau-Turbo als Erfolg. 'In mehr als zwei Drittel der befragten Kommunen wurden bereits Bau-Turbo-Anträge gestellt', erklärte Ministerin Verena Hubertz (SPD) am Dienstag.

Das Bundesbauministerium sieht den vor einem Jahr gestarteten sogenannten Bau-Turbo als Erfolg. "In mehr als zwei Drittel der befragten Kommunen wurden bereits Bau-Turbo-Anträge gestellt", erklärte Ministerin Verena Hubertz (SPD) am Dienstag. Über die Bauvorhaben könne dann bis zu 20 Mal schneller entschieden werden. Die Wohnungswirtschaft zog eine gemischte  Bilanz: Das Instrument könne Verfahren zwar deutlich verkürzen, erklärte der Verband GdW. Bislang würden aber nur wenige Wohnungsunternehmen davon Gebrauch machen.

Der Bau-Turbo wurde im vergangenen Oktober verabschiedet. Er ermöglicht es Kommunen, einige baurechtliche Vorgaben zu umgehen, um möglichst schnell neuen Wohnraum zu schaffen. Es kann etwa auf aufwendige Bebauungspläne verzichtet werden. In begründeten Fällen ist auch ein Abweichen von Lärmschutzvorgaben zulässig. Gebaut werden darf zudem in zweiter Reihe oder über Supermarktdächern.

Das Bauministerium erklärte, circa 400 Kommunen hätten an einem Monitoring teilgenommen, in 72 Prozent davon sei über Bau-Turbo-Anträge verhandelt worden. "Mehr als die Hälfte der gestellten Anträge erhielt bereits eine Zustimmung."

Der Bau-Turbo wird demnach meistens für die Weiterentwicklung bereits genutzter Flächen genutzt, etwa in Wohn- und Gewerbegebieten, auf gemischt genutzten Flächen, in Leerständen oder auf Brachen. "Lediglich rund zwölf Prozent der zugestimmten Wohneinheiten entfallen auf bisherige Grün- oder Landwirtschaftsflächen."

Der GdW berichtete unter Berufung auf eine eigene Umfrage im September 2026, nur rund acht Prozent der sozial orientierten Wohnungsunternehmen hätten den Bauturbo bisher in einem konkreten Genehmigungsverfahren angewendet. Die bisherigen Erfahrungen seien jedoch sehr positiv: "Die Genehmigungsdauer lag im Mittel bei drei Monaten" - statt andernfalls erwarteter 16 Monate. "Der Bauturbo kann wertvolle Zeit sparen", erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. "Ein Zeitgewinn von mehr als einem Jahr kann für ein Bauvorhaben entscheidend sein."

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