Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wollen auf die geplante Abgabe auf zuckerhaltige Getränke einer Umfrage zufolge vor allem mit Verzicht auf betroffene Produkte reagieren. 77 Prozent würden ihren Konsum zuckerhaltiger Getränke reduzieren oder ganz einstellen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Befragung des Beratungsunternehmens Deloitte hervorgeht.
Insgesamt wurden 1000 Menschen befragt, die in sogenannte Heavy User, die zuckerhaltige Getränke mindestens einmal täglich konsumieren, und Moderate Usern, die mehrmals pro Woche oder weniger süße Getränke zu sich nehmen, unterteilt wurden. 82 Prozent der Moderate User würden demnach bei einem Aufschlag von 26 Cent pro Liter ihren Konsum reduzieren oder ganz einstellen. Bei Heavy Usern sind es immerhin 69 Prozent.
Bei einem Aufschlag von 32 Cent pro Liter steigen beide Werte jeweils noch höher an. In beiden Szenarios würden die Heavy User vor allem ihren Konsum einschränken, während bei den Moderate Usern jeweils diejenigen überwiegen, die gänzlich auf süße Getränke verzichten würden.
"Auch wenn es sich bislang um bekundete Reaktionen und nicht um tatsächlich beobachtetes Verhalten handelt, deuten die Ergebnisse in allen Gruppen auf eine sehr hohe Preissensitivität hin", erklärte Deloitte. "Im Gesamtschnitt wollen nur 23 Prozent der Konsument:innen bei ihrem bisherigen Kaufmuster bleiben."
Die Bundeskabinett hatte Mitte Oktober ihren Gesetzesentwurf für eine Zuckersteuer verabschiedet, der nun im Bundestag beraten wird. Konkret vorgesehen ist, dass auf zuckergesüßte Getränke mit einem Zuckergehalt ab fünf Gramm pro hundert Milliliter ein Steuersatz von 26 Cent pro Liter erhoben wird; ab acht Gramm sollen es 32 Cent sein. Erfassen soll die Steuer dabei unter anderem Cola, Limo, Eistees, Energydrinks, Fruchtnektar oder Saftkonzentrate mit Zuckerzusatz.
Steuerfrei bleiben sollen hingegen mit Süßstoff gesüßte Getränke. Die Befragung von Deloitte ergab, dass insbesondere die Heavy User nicht auf den süßen Geschmack verzichten wollen und stattdessen auf Light-Produkte umsteigen würden. Viele von ihnen gaben auch an, auf von Natur aus zuckerfreie Getränke wie Wasser oder ungesüßten Tee umzusteigen. Bei den Moderate Usern ist dieser Anteil jedoch deutlich höher.
Auch spielen bei den Zucker-Fans gesundheitliche Gründe eine untergeordnete Rolle, während der Preis den Ausschlag gibt. In der moderaten Käufergruppe ist das Bild ausgewogener: Dort sind zwar ebenfalls viele Befragte durch den Preis motiviert, doch auch geringerer Zuckerkonsum wird oft als Motivation für eine mögliche Konsumumstellung genannt.
"Die Steuer setzt damit gerade bei Heavy Usern vor allem einen finanziellen Anreiz zur Verhaltensänderung, während ein gesundheitliches Umdenken dort deutlich schwerer zu erreichen sein dürfte", folgert Deloitte. So oder so rechnet das Beratungsunternemen mit "klaren Veränderungen" bei allen Nutzergruppen durch die neue Abgabe.
Wirtschaft
Umfrage: Verbraucher wollen wegen Zuckersteuer weniger Süßes trinken
- AFP - 5. November 2026, 08:07 Uhr
Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wollen auf die geplante Abgabe auf zuckerhaltige Getränke einer Umfrage zufolge vor allem mit Verzicht auf betroffene Produkte reagieren.
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